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Schmarler Landgang Kletterboot und Sitzbank - Park wird zum Erholungsort

Von Aline Farbacher | 08.10.2020, 07:00 Uhr

Im Januar 2021 soll die Umgestaltung der Freifläche starten. Die Planungen für das angrenzende Gelände schreiten vorn.

Kaputte Gehwegplatten und Spielgeräte, wild hochgewachsenes Gestrüpp und morsch gewordenes Holz in den Baumkronen. Der Park Schmarler Landgang im Rostocker Ortsteil Schmarl hat seit etlichen Jahren seine besten Zeiten hinter sich und wirkt wie eine verlassene grüne Oase inmitten der Wohnblöcke.

Nach mehr als zehn Jahren Diskussion über eine Umgestaltung der Freifläche will die Rostocker Gesellschaft für Stadterneuerung, Stadtentwicklung und Wohnungsbau mbH (RGS) ab spätestens Januar 2021 das 13.000 Quadratmeter große Areal einer kompletten Schönheitskur unterziehen, berichtete RGS-Mitarbeiter Thorsten Gebhards auf der Sitzung des Ortsbeirates Schmarl am Dienstag. Neben neuen Gehwegen soll dann auch ein neuer Spielplatz entstehen. Ende 2021 könnte zudem auch eine neue Bebauung des angrenzenden Areals der ehemaligen Schülerspeisung starten.

Spielen soll barrierefrei möglich sein

Laut Gebhards sollen alle vorhandenen Hauptwege barrierfrei gestaltet werden. Zudem wird entlang der Gehwege neue Beleuchtung installiert und die Platten erneuert. Außerdem kehrt die Figurengruppe "Heimkehr des Seemanns" zurück. "Die Skulpturen sind restauriert und beim Amt für Kultur und Denkmalpflege eingelagert und werden dann nach Beendung der Baumaßnahme wieder aufgestellt." Die vorhandenen Klinkermäuerchen überall im Park werden durch Bänke ersetzt.

Der neue große Spielplatz entführt in maritime Welten. Unter anderem soll dort ein Boot zum klettern einladen. Außerdem wird auch ein barrierefreies Spielgerät aufgestellt. "Das kann ein mit Rollstuhl befahrbares Karussell oder eine Schaukel sein."

Innerhalb der Neugestaltung der Grünanlage müssten etwa 30 bis 60 Prozent des kleinen Wäldchens weichen, so Gebhards. "Da stehen viele Bäume, die sich im Kronenbereich gegenseitig in die Quere kommen und dadurch nicht gesund wachsen können." Um Transparenz zu schaffen, solle es jedoch in der nächsten Woche ein Treffen vor Ort mit Vertretern des Ortsbeirates und des Stadtgrün- und des Forstamtes stattfinden, um gemeinsam zu ermitteln, welche Bäume gefällt werden müssten, so Gebhards.

Baubeginn ist spätestens Januar 2021

Nach aktuellem Planungsstand würden die Gesamtkosten zirka 622.000 Euro betragen, teilte RGS-Chefin Sigrid Hecht auf Anfrage mit. Davon würden 372.000 Euro mit Mitteln des Fördermittelprogramms des Bundes Soziale Stadt finanziert und 250.000 Euro steuere die Stadt aus Haushaltsmitteln bei, so Hecht weiter.

Noch in diesem Jahr startet die Ausschreibung der Gewerke für das Bauvorhaben, auch der Baubeginn sei noch für 2020, spätestens für Januar kommenden Jahres anvisiert, so Gebhards.

Ehemalige Schülerspeisung schafft Platz für Senioren

Bis voraussichtlich Herbst 2021 sollen die Bauarbeiten fertig gestellt sein. Währenddessen schreiten auch die Planungen für das angrenzende Gelände der ehemaligen Schülerspeisung voran.

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Derzeit bereite das Liegenschaftsamt der Stadt eine Konzeptausschreibung vor, so Hecht. "Aktuell gehen wir davon aus, dass die Ausschreibung noch in diesem Jahr veröffentlicht wird", teilte Rathausprecherin Kerstin Kanaa auf Anfrage mit.

Ziel der Stadt sei es, dass auf dem Grundstück eine Einrichtung für betreutes oder altersgerechtes Wohnen gebaut werde, da solche Angebote im Stadtteil Schmarl derzeit stark unterrepräsentiert seien. Dies sei laut Ortsbeiratsvorsitzenden Michael Berger (CDU) auch Wunsch des Stadtteilgremiums gewesen. "Auch in Schmarl altert man. Deswegen ist es wichtig, dass dort etwas für Senioren entsteht. "Der Bedarf ist auf jeden Fall da", so Berger am Dienstag. Wenn sich im Laufe des Bewerbungsprozesses ein geeigneter Investor fände und die Baugenehmigung erteilt sei, könnte etwa Ende 2021 mit einem Baubeginn zu rechnen sein, so Kanaa.