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Rostock Klinik zahlt der Stadt eine Million

Von Nicole Pätzold | 08.06.2017, 08:00 Uhr

Krankenhaus in der Südstadt erwirtschaftet 5,56 Millionen Euro Jahresüberschuss. Höhere Abgabe in scheinbarem Einvernehmen #wirkoennenrichtig

Das Klinikum Südstadt führt für das vergangene Jahr 3,5 Millionen Euro an die Hansestadt ab – eine Million mehr als in den Vorjahren. Das haben Klinikchef Steffen Vollrath und Finanzsenator Chris Müller (SPD) gestern im Klinikausschuss vorgestellt.

Das Klinikum hat einen Jahresüberschuss von 5,56 Millionen Euro erwirtschaftet. „Das Gesamtergebnis resultiert aus dem operativen Ergebnis und dem steuerlichen Effekt“, sagte Vollrath. 2,2 Millionen Euro sollen auf Steuerrückzahlungen für die letzten acht Jahre zurückgehen. 2015 belief sich der Überschuss auf 2,66 Millionen Euro. Fixiert ist, dass die Klinik als städtischer Eigenbetrieb jährlich 2,5 Millionen abgibt, die für gemeinnützige Zwecke – die Tilgung städtischer Schulden – eingesetzt werden. Oberbürgermeister Roland Methling (parteilos) hatte schon im März bei der Verabschiedung von Klinikleiterin Renate Fieber gefordert, die Gewinnabführung zu erhöhen. Fieber hatte das gute Ergebnis der Klinik angekündigt. Die Bestrebungen des OBs wurden damals weniger gut aufgenommen. Im Ausschuss gestern gab es aber keine Debatten. Vollrath und Müller zeigten sich einvernehmlich. Mitglied Kristin Schröder (Linke) kokettierte damit, dass ruhig alles Geld bei der Klinik bleiben könne. Sie verstehe aber den städtischen Wunsch nach Tilgung der Kassenkredite. Die Einigung fände sie „sehr gut“. Genau wie Helmut Schmidt (CDU), der das Thema abschließen wollte. In den letzten Jahren habe es immer Debatten gegeben.

Denn eigentlich, und das stellte Vollrath auch vor, brauche die Klinik dringend Geld. Dieses Jahr, und das ist finanziell möglich, soll etwa ein CT ersetzt werden, neue Geräte zur Kreißsaalüberwachung oder auch zur Herzkatheter-Untersuchung angeschafft werden. Kosten: 3,6 Millionen Euro, die dank 1,5 Millionen Landesförderung und verbleibender Rücklage bezahlbar sind. Doch die nächsten Jahren steht die Erneuerung der Notaufnahme, der Küche, der Bau des Eltern-Kind-Zentrums an. Kredite aufzunehmen, ist schwierig. Das Innenministerium stellt sich dagegen, weil die Klinik Geld an die Stadt abführt. Damit bleibe die Option, Einzelförderungen zu beantragen, die aber einen Eigenanteil voraussetzen, und die pauschale Landesförderung. „Das reicht aber nicht aus“, sagte Vollrath.