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Rostock Kommt der City-Vogt?

Von nicp | 30.05.2018, 05:00 Uhr

Ordnungssenator will nach Hafen- und Strand-Vogt ab Frühjahr 2019 auch einen Ansprechpartner für die Innenstadt einsetzen

Ordnungssenator Chris Müller-von Wrycz Rekowski (SPD) will an die Erfolge mit Hafen- und Strand-Vogt anknüpfen und nach Möglichkeit nächstes Frühjahr einen City-Vogt für die Innenstadt einsetzen.

„Ich überlege das schon seit mindestens einem Jahr“, sagt Müller-von Wrycz Rekowski. Bisher sei es an den Ressourcen gescheitert. Aber dank Bürgerschaftsbeschluss und Verwaltungsentscheidung soll nun der Kommunale Ordnungsdienst in der problematischen Verkehrsüberwachung von 16 auf 34 Stellen aufgestockt werden. Das bedeute auch die Kapazität, eine der Stellen umzuwandeln – von Politesse zu City-Vogt.

Der solle in der Innenstadt zeigen, „dass die Ordnungsbehörde da ist“, sagt Müller-von Wrycz Rekowski. „Wir bestreifen das ja jetzt auch.“ Aber: Es seien immer wechselnde Mitarbeiter des Ordnungsdienstes in der City unterwegs, um Straßenmusik oder Preisauszeichnungen zu kontrollieren. „Und wir brauchen offenbar einen Kommunikationsknotenpunkt“, sagt der Senator, einen, der die unterschiedlichen Akteure – Polizei, Ordnungsamt, Jugendamt, City-Kreis – verknüpft und Auge und Ohr der Kommune in der Innenstadt sei. Der City-Vogt solle eine feste Bezugsperson sein – auch an den Wallanlagen und am KTC. Er habe dem Center versprochen, sagt Müller-von Wrycz Rekowski, als Stadt mehr vor Ort zu sein. Was gewünscht ist, könnten die bereits präsenten Streetworker des Jugendamtes von Senatoren-Kollege Steffen Bockhahn (Linke) gar nicht übernehmen. Wie Bockhahn bereits der Bürgerschaft erklärt hatte, sind diese Ansprechpartner für die Jugendlichen, geben ihnen Hilfestellungen, sagt auch Müller-von Wrycz Rekowski. Der City-Vogt hingegen könnte ihnen auf einer anderen Ebene begegnen, auf kleine, große Sorgen der Passanten eingehen, erwirken, dass die Teenager die Musik leiser oder den Eingang frei machen. Außerdem könnte er Vandalismus und Schmiererei begegnen, auf die Sorgen der Gewerbetreibenden eingehen. „Ich möchte, dass da ein Ansprechpartner ist – für alle Sorgen und Nöte“, sagt Müller-von Wrycz Rekowski. Es ginge um keine spezielle fachliche, sondern wirklich eine allgemeine Zuständigkeit für das Gebiet – wie beim Hafen-Vogt. Ähnlich flexibel wie seine müssten auch die Arbeitszeiten des City-Vogts sein. Er wäre mal vormittags, mittags, nachmittags, abends, nachts oder auch am Wochenende im Einsatz. In der Bürgerschaft hat der Senator seine Idee schon angedeutet und ersten Anklang gefunden.

Der Kommunale Ordnungsdienst arbeitet aktuell mit zehn Stellen im Allgemeinen Ordnungsdienst, drei für Blitzer und 16 für Verkehrsüberwachung. Zu diesen kommen dieses Jahr sechs Stellen, im nächsten Jahr weitere zwölf. Dann will der Senator mehr Politessen auch in die Südstadt, die KTV, den Nordwesten und Nordosten schicken.