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Konzert Vier Flaschen sorgen für volle Pulle Begeisterung

Von Claudia Labude-Gericke | 04.11.2018, 17:10 Uhr

Das Glasblassing-Quartett hat am Sonnabend im ausverkauften Ursprung mit fulminantem Liedgut auf Leergut begeistert.

Der Jubel der Rostocker kennt keine Grenzen, denn neben dem beachtlichen Lungenvolumen, mit dem das Quartett sowohl Klassiker als auch aktuelle Charthits von Ed Sheeran und Pharell Williams darbietet, überzeugt die Band auch mit ihren eigenen Stücken. Im Song „Sven Hannawald“ werden beispielsweise Namen von Prominenten derart witzig miteinander zu einer Geschichte verknüpft, dass zur Inspiration sicher das ein oder andere Instrument geleert beziehungsweise gestimmt werden musste. Auch das Klischee, das tourende Musiker in jeder Stadt ein anderes Mädchen haben, wird mit einem eigenen Lied auf die Schippe genommen. So erzählt jeder der Herren, in welcher Stadt er einst eine Geliebte hatte und wodurch diese sich auszeichnet. Selbst in MV sind die Glasblassinger rumgekommen: „Ich liebte ein Mädchen in Rostock, die trank nicht nur bei Frost Grog“, singt Jan Lubert und sein Bandkollege Frank Wegner erinnert: „Ich liebte ein Mädchen in Binz, mit Pfefferminz war ich ihr Prinz“. Für die Zuhörer gibt es wie nebenbei auch noch Erklärungen über die einzelnen Flaschen, sodass Nachahmer im Getränkemarkt beziehungsweise Instrumentenhandel, wie es bei Glasbläsern heißt, zum richtigen Stück greifen. Tipps der Profis sind im Eintrittspreis inklusive: So ist Daumenlutschen völlig okay, denn bei der Plopp-Technik, die besonders die Lubert-Brüder hervorragend beherrschen, muss es schließlich richtig flutschen.

Volle Pulle begeistert ist das Publikum bei Mozarts „Rondo alla Turca“. Während Schlagzeuger „Möhre“ die Melodie auf einem Brett mit Kräuterschnaps-Leergut, dem so genannten „Flachmaninov“ spielt, geht seinen Bandkollegen trotz des immer weiter steigenden Tempos auch an den Flaschenhälsen nicht die Puste aus. Erst nach mehr als zwei Stunden und einigen Zugaben heißt es: „Die Flaschen sind müde und wollen in die Kiste“ – und das Publikum lässt die vier schweren Herzens ziehen.