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Landkreis Rostock Kreis hofft auf mehr Jung-Störche

Von clla | 31.05.2013, 11:22 Uhr

Wenn es um den Bruterfolg der Weißstörche geht, hat der Landkreis die rote Laterne inne.

Seit Jahren gibt es im Umland von Rostock im Landesvergleich zu wenig Storchen-Nachwuchs. Von 66 Horst-Paaren im Jahr 2006 sank die Zahl auf 50 im vergangenen Jahr. "Das liegt unter anderem daran, dass es hier nicht genügend Beutetiere gibt", sagt Professor Stefan Kroll. Es fehle vor allem an feuchtem Grünland und geeigneten Nahrungsflächen, die existenziell wichtig für die Versorgung der Jungtiere wären. Monokulturen mit hoch und eng wachsendem Raps und Mais würden die Futtersuche erschweren.

Seit 2007 ist Kroll als Storchenbeauftragter für den Altkreis Bad Doberan und die Hansestadt zuständig und verfolgt, was in den besetzten Nestern vor sich geht. Bei der Größe seines Territoriums kann und muss er sich auf ein großes Netz an Informanten verlassen, die ihm ihre Beobachtungen weitergeben. Manchmal hilft sogar die Technik: In Göldenitz lässt zum Beispiel eine Webcam den Blick in den Horst zu. So kann jeder sehen, dass vor gut einer Woche drei Jungstörche geschlüpft sind. Sie scheinen den großen Regen glimpflich überstanden zu haben. Gerade in der ersten Zeit sei Wärme für den Nachwuchs noch wichtiger als Futter. In Albertsdorf befürchtet der Experte nach den Wetterbedingungen einen Verlust der Brut.

Etwas Positives hat das Wetter aber doch: Regenwürmer gibt es genug. Deshalb hofft Kroll am Ende auf eine gute Bilanz. Die Anfänge können sich sehen lassen. "Bis jetzt haben wir bereits 55 Brutpaare. Durch gute Zug- und Überwinterungsbedingungen sind mehr Tiere zurückgekehrt als im Vorjahr", so der Experte. So seien auch Nester besetzt, die jahrelang verwaist waren. Wie der Horst in Rukieten, der seit 2009 leerstand, oder der in Nienhagen, der 2004 zuletzt besetzt war.