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Marineschnellboote fahren in den Libanon-Einsatz Küsse und Tränen zum Abschied

Von Maria Pistor | 24.05.2012, 07:48 Uhr

Am Marinestützpunkt Hohe Düne hieß es gestern Abschied nehmen. Bei den Frauen, Freundinnen, Müttern und Kindern flossen dabei reichlich Tränen. Auch manche der 80 Soldaten selbst hatten mit den Tränen zu kämpfen.

Am Marinestützpunkt Hohe Düne hieß es gestern Abschied nehmen. Bei den Frauen, Freundinnen, Müttern und Kindern flossen dabei reichlich Tränen. Auch manche Soldaten selbst hatten mit den Tränen zu kämpfen. Sie brachen gestern als Besatzungen der Flugkörper-Schnellboote "Gepard" und "Hermelin" zu einem viermonatigen Einsatz in den Libanon auf. Die 80 Soldaten unter dem Kommando der Korvettenkapitäne Volker Kübsch und Göran Swistek sollen die Seewege vor der libanesischen Küste in enger Abstimmung mit den libanesischen Streitkräften überwachen. So soll der Waffenschmuggel auf dem Seeweg in den Libanon unterbunden werden.

Unter den vielen Abschiednehmenden war auch Mandy Zdeb aus Rostock. Sie sagte ihrem Oberbootsmann Stefan Aude Lebewohl. "Wir kennen uns seit acht Jahren, sind neun Monate zusammen und wollen im kommenden Jahr heiraten", sagt die 30-Jährige. Für den Oberbootsmann und seine Freundin war es sichtlich schwer, einander für diese lange Zeit Adieu zu sagen. Als die Schiffe ausliefen, konnte Aude nicht an Deck sein und seiner Liebsten winken - er hatte Dienst im Maschinenraum. Die beiden Schnellboote wurden mit einem kleinen Feuerwerk und Musik verabschiedet. Vorher hatte noch das Marinekorps aufgespielt.

Auch Oberbootsmann Steffen Kurras aus Rostock hat seiner Freundin Christin Schröder und Tochter Pia für die Einsatz-Zeit Lebewohl gesagt. Seine Eltern Christine und Bernd Kurras kamen ebenfalls zu der Zeremonie. Einen etwas weiteren Weg musste Marey Harhaus mit Söhnchen Liam auf sich nehmen. Sie wollte ihren Mann Erik Harhaus verabschieden und kam dafür aus der Nähe von Rendsburg. So viel Verständnis die meisten für den Einsatz auch haben: Der Abschied fällt vielen äußerst schwer. Und auch wenn viele versuchten, ohne Tränen auszukommen, am Ende waren ziemlich viele Augen feucht.

Auf ihrem Weg ins Einsatzgebiet werden die Häfen von Plymouth, La Courna, Cadiz, Palma de Mallorca, La Valletta sowie Souda Bay auf Kreta zur Nachversorgung angelaufen. Die Ankunft auf Zypern ist für den 10. Juni geplant.