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Börgerende Küsten-Radweg bleibt gesperrt

Von Antje Kindler | 03.08.2018, 08:00 Uhr

Landbesitzer wollen nur bei Schutzmaßnahmen verkaufen - Stalu MM sieht keinen Bedarf.

Über eineinhalb Jahre ist es mittlerweile her, dass der Europäische Rad- und Wanderweg E 9 aufgrund von Steilküstenabbrüchen zwischen Börgerende und dem Ostseebad Nienhagen gesperrt werden musste – und das wird er wohl erst einmal auch bleiben. Denn um den Radweg an den Stellen verlegen zu können, an denen die Steilküste bis auf wenige Meter an ihn heran abgebrochen ist, müssten erst die Grundstücke erworben werden, über die die neue Trasse dann verlaufen kann.

Das Problem dabei: „Die Eigentümer wollen nur verkaufen, wenn seeseitig ein Schutz des Küstenstreifens erfolgt“, weiß Horst Hagemeister (parteilos). Allerdings, so der Bürgermeister der Gemeinde Börgerende-Rethwisch, sehe das zuständige Staatliche Amt für Landwirtschaft und Umwelt Mittleres Mecklenburg (Stalu MM) dafür keinen Bedarf, da es sich bei diesem Bereich um so genannte Abtragsküste handele. Für den Bürgermeister indes ist dies nicht nachvollziehbar. „Das ist totaler Nonsens. Das Land muss erhalten bleiben“, sagt er mit Nachdruck. Jedes Jahr würden an der Steilküste allein im Gemeindegebiet schätzungsweise 200 bis 300 Quadratmeter durch Abbrüche verloren gehen. „30 Meter sind in neun Jahren weg“, macht Hagemeister das Ausmaß deutlich. Er könne die Einstellung der Grundbesitzer nachvollziehen, die ihr Land nur dann für den Neubau des Ostseeküstenradweges verkaufen wollen, wenn weiteren Abbrüchen vorgebeugt werde.

„Ich sehe Bedarf für Küstenschutz“, meint er und vertritt damit die gleiche Meinung wie der Nienhäger Gemeindevertreter Wilhelm Chmiela (SPD). Dieser hatte bereits im April ein Treffen aller Beteiligten angeregt, um eine Lösung zu finden, den Weg schnellstmöglich wieder für Einheimische und Touristen frei zu geben. Anfang Mai gab es dann auch eine Begehung mit Vertretern des Stalu MM. Allerdings ohne konkrete Maßnahmen festzulegen. Ende der Saison, so Börgerendes Bürgermeister, sei ein weiteres Treffen vorgesehen. „Eine Lösung ist nur mit Eigentümern und Küstenschutz in Sicht“, ist sich Hagemeister sicher.

Als Sturmtief Axel Anfang 2017 über den Norden hinweg zog, wurde die Steilküste zwischen Börgerende und Gespensterwald an einigen Stellen unterspült, sodass zwischen Radweg und Steilküste teilweise nur noch zwei Meter waren und die Strecke damit unpassierbar wurde. „Das Ordnungsamt hat dann den Weg auf Anweisung des Landkreises Rostock gesperrt“, erinnert sich Hagemeister. Radfahrer und Wanderer müssen seitdem einen Umweg über Rethwisch nehmen.