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Rostock Land plant das Behördenzentrum

Von NICP | 28.06.2017, 06:00 Uhr

Entwurfsunterlage demnächst fertig / 34-Millionen-Euro-Umbau soll Ende 2018 starten / Konzentration von Landesämtern in der Hansestadt

Die Planungen für den Umbau des Ex-Polizeigebäudes in der Blücherstraße zum Landesbehördenzentrum laufen mit Hochdruck. Der zuständige Landes-Betrieb für Bau und Liegenschaften (BBL) erarbeitet gerade die Entwurfsunterlage.

„Unsere Aufgabe ist es, die unterschiedlichen Anforderungen der Dienststellen an ihre Unterbringung in einer Planung zu berücksichtigen“, sagt BBL-Sprecher Christian Hoffmann. Die brauchen viel Platz, teilweise Labore und auch mal mehr als der denkmalgeschützte Bau aus dem sozialistischen Klassizismus der 1950er-Jahre bieten kann. Hier muss der BBL abwägen, was möglich ist. Landesdienststellen aus mindestens drei Ressorts sollen im Behördenzentrum untergebracht werden (Sozial-, Umwelt- und Energieministerium). Sie sind derzeit an verschiedenen Standorten, unter anderem in der Rostocker Südstadt, Schlesinger Straße 35, untergebracht. Das dortige Hochhaus hat der BBL gemietet und strebt mit dem Ausbau eine Dauerlösung für die Landesbehörden an.

Für dieses Jahr sind im Landeshaushalt 500 000 Euro Planungskosten eingestellt, ebenso viel soll im nächsten Jahr dazu kommen. Ende 2018 sollen perspektivisch die ersten Arbeiten starten und jährlich erstmal fünf Millionen Euro fließen. Insgesamt sollen sich die Baukosten auf 34,4 Millionen Euro addieren. „Ab dem Baubeginn rechnen wir mit einer Bauzeit von vier Jahren – davon ausgehend, dass die Vergaben problemlos laufen und auch sonst der Bauablauf nicht wesentlich gestört werden wird“, so Hoffmann.

Die Sanierung und Erweiterung werde unter anderem unter Beachtung des Denkmalschutzes erfolgen – „somit wird das markante Gebäude im Zentrum Rostocks erhalten bleiben“, versichert Hoffmann. Der 1950er-Jahre Bau soll grundinstandgesetzt und mit einem Anbau erweitert werden. Dabei muss der BBL Belange des Denkmal-, Arten-, Brandschutzes und der Barrierefreiheit berücksichtigen. „Darüber hinaus halten historische Gebäude gelegentlich die eine oder andere Überraschung bereit“, so Hoffmann.

Die Entwurfsplanung soll demnächst fertig werden. Und die gesamte Planungsunterlage im September zur Prüfung an die drei Ministerien und das Finanzministerium gehen. Dann kann die Ausführung geplant und für die Baufirmen ausgeschrieben werden.

Die künftigen Nutzer:

  • das Landesamt für Gesundheit und Soziales mit etwa der Hälfte an Raumbedarf
  • das Staatliche Amt für Landwirtschaft und Umwelt Mittleres Mecklenburg mit einem Drittel
  • das Landesamt für Straßenbau und Verkehr mit einem Fünftel
  • Amt für Raumordnung und Landesplanung Mittleres Mecklenburg – auf das der Rest an Raumbedarf entfällt

Kosten:

  • 28,04 Millionen Euro Baukosten und 6,32 Millionen Honorarkosten

Kommentar von Nicole Pätzold: Konzentration in Rostock
Land und Stadt räumen in Rostock auf. Zentren lösen zerstreute Standorte ab. Das schafft Ordnung für die Verwaltungen und natürlich auch für die, die sie aufsuchen. Das Behördenzentrum wird nur 700 Meter entfernt sein von dem geplanten neuen Verwaltungstrakt der Stadt an der Nordkante für 530 Mitarbeiter und 200 Meter vom zweiten Hauptverwaltungsstandort in der St.-Georg-Straße mit dem Amt für Jugend und Soziales. Das Haus des Bauens am Holbeinplatz ist der dritte. Das Konzept der Konzentration verfolgt das Land nicht nur für die Behörden. Auch die Universitätsstandorte sollen sich zu vier großen Campussen verdichten in Süd-, Innenstadt, Ulmenstraße und Schillingallee.