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Warnemünde Das Müllproblem in den Meeren soll reduziert werden

Von Maria Pistor | 15.09.2021, 07:00 Uhr

Die Verschmutzung der Meere ist ein großes Problem. Deshalb hat das Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie eine Meeresmüllbroschüre für die Ostsee unter dem Thema „Weniger Müll - Mehr Strand“ herausgegeben.

Die Verschmutzung der Meere – besonders durch Kunststoff – ist eines der größten Probleme unserer Zeit. Auch deshalb hat die Direktorin des Landesamts für Umwelt, Naturschutz und Geologie MV (Lung), Ute Hennings, als eine Maßnahme die Broschüre „Weniger Müll - Mehr Strand - eine Meeresmüllbroschüre für die Ostsee“ am Dienstag in der Jugendherberge Warnemünde vorgestellt. Ihr liegt das Thema am Herzen. „Kunststoff ist längst eine Massenware“, sagte Hennings und verglich: „In den 50er-Jahren lag der weltweite Verbrauch bei 1,5 Millionen Tonnen jährlich – heute sind es 400 Millionen.“ Die Broschüre soll helfen, das Bewusstsein für das Thema zu schärfen und zum Mitmachen aufrufen, sagte Umweltminister Till Backhaus (SPD).

Kunststoff und Plastik sind langlebig

Was das Problem verschärft: „Kunststoff und Plastik sind extrem langlebig“, so Hennigs. Tiere können sich darin verfangen oder verenden jämmerlich, wenn sie ein Plastikteil für Nahrung gehalten haben. Auf der politischen Ebene soll die EU-Kunststoffstrategie schädliche Auswirkungen von Plastik auf die Umwelt mindern. Denn über die Nahrungskette gelangen Plastikpartikel in den menschlichen Kreislauf und gefährden die Gesundheit.

Dennis Gräwe aus der Abteilung Wasser, Boden und Geologie vom Lung berichtete über das Strandmüll-Spülsaum-Monotoring, das seit 2013 an 22 Abschnitten der Ostsee durchgeführt worden ist. „Kunststoff ist mit 80 Prozent das häufigste Material des Mülls im Spülsaum“, sagt Gräwe. Bei den Funden dominieren Plastikbruchstücke, Zigarettenkippen, Plastikdeckel und Verpackungen von Süßigkeiten. „Im Durchschnitt werden 63 Abfälle auf 100 Meter sichtbar“, so Gräwe.

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Küsten Union engagiert sich auf dem Gebiet

Die Küsten Union Deutschland (EUCC) dokumentiert um Geschäftsführerin Nardine Stybel seit einigen Jahren die Veränderung in den Dünen von Warnemünde. Die EUCC ist alljährlich Mitorganisatorin einer Müllsammelaktion nach dem Jahreswechsel am Warnemünder Strand. Außerdem hat sich die Küstenunion gemeinsam mit der Tourismuszentrale Rostock und Warnemünde für die Einführung von Strandaschenbechern eingesetzt, um das Aufkommen von Kippen am Strand zu reduzieren.

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Plastik-Diät in den Jugendherbergen

Ein praktisches Beispiel ist das Pilotprojekt Plastik-Diät, das vom Landesverband der Deutschen Jugendherbergen initiiert worden ist. „In dem Zusammenhang haben wir die Art und die Quelle vom anfallenden Müll im Haus untersucht“, sagte Sprecherin Miriam Gedrose.

Im gleichen Zuge wurde das Verhalten beim Einkauf für die Jugendherberge geändert. Es erfolgte unter anderem eine Umstellung auf Großverpackungen. Zudem gibt es Getränkeauffüllstationen. In Zusammenarbeit mit der EUCC wurden die Mitarbeiter geschult und die Gäste sensibilisiert. Zahlen über diese Auswirkungen hat Gedrose nicht vorliegen. „Aber es ist schon zu merken“, sagte sie.

Küstenputztag findet Sonnabend in ganz Rostock statt

Ein inhaltliches Angebot der Jugendherbergen untermauert das: Mithilfe der Ostseekisten wird spielerisch auf das Thema Müll eingegangen und was jeder Einzelne zum Schutz des wertvollen Ökosystems beitragen kann. „Das Angebot integrieren wir in Klassenfahrten und Projekttage“, so Gedrose. Auch hier gibt es eine Zusammenarbeit mit dem EUCC.

Wer auch Müll reduzieren will, kann es privat tun, sich aber auch beim Küstenputztag am Sonnabend in Rostock engagieren. Von 10 bis 12 Uhr wird zwischen der Jugendherberge und dem Leuchtturm Warnemünde, bei der Kaffeerösterei in Schmarl, am Schnatermann, am Fähranleger Gehlsdorf, im Stadthafen und am Reutershäger Markt gesammelt.