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Rostock Landgericht muss Umzug verschieben

Von Dana Bethkenhagen | 30.11.2012, 06:41 Uhr

Das Landgericht Rostock kann nicht wie geplant bereits Ende des Jahres zurück in die August-Bebel-Straße ziehen.

Die Sanierungsarbeiten im Haus der Justiz werden länger dauern als bisher geplant. Das teilte Uwe Sander, Leiter des Geschäftsbereichs Rostock des Betriebs für Bau und Liegenschaften MV (BBL), gestern mit. Erst Ende Februar/Anfang März kann der Umzug erfolgen. Bis behält das Landgericht seinen Sitz in der alten Post. "Der BBL kümmert sich um die Verlängerung der Mietvertrags am aktuellen Standort", so BBL-Sprecher Christian Hoffmann.

Grund für die Bauverzögerungen ist die Insolvenz der Rohbau-Firma "Elgert Bau GmbH" aus Kessin. Die Mitarbeiter der Unternehmens waren auch im Uni-Hauptgebäude tätig. Nach der Pleite mussten die Mitarbeiter die Arbeit einstellen. Jetzt läuft das Insolvenzverfahren.

In den vergangenen 15 Jahren habe der BBL viel mit dem Rohbau-Unternehmen aus Kessin zusammengearbeitet, berichtet Sander. Unter anderem haben die Mitarbeiter an der Oberfinanzdirektion, dem Ständehaus und dem neuen Arno-Esch-Hörsaal-Gebäude auf dem Campus Ulmenstraße mitgewirkt. Die Mitarbeiter seien Experten auf dem Gebiet der Altbausanierung gewesen. Die Insolvenz sei nicht nur aus Sicht des BBL wegen der Bauverzögerungen bedauerlich, sondern auch, weil die Region ein Unternehmen verliere und Beschäftigte ihre Arbeitsplätze, so Hoffmann.

"Wir haben jetzt auf beiden Baustellen das gleiche Problem", erklärt Sander. Der BBL muss neue Rohbau-Firmen mit den noch offenen Arbeiten beauftragen - und das über ein aufwändiges, öffentliches Ausschreibeverfahren. Zuvor musste der BBL als Bauherr außerdem die erbrachten Leistungen der insolventen Firma abrechnen und die noch zu erbringenden Restleistungen inklusive der notwendigen Mängelbeseitigung ermitteln. All das kostet Zeit, gehöre aber zum Alltag in der Branche. "Wir haben Glück, dass die Arbeiten verhältnismäßig weit vorangeschritten waren", sagt Sander. Im Falle des Hauses der Justiz konnte der BBL zunächst für einige Arbeiten auf die von der Rohbau-Firma beauftragten Subunternehmer zurückgreifen, was Zeit und Geld spart.

Das Justiz-Gebäude in der August-Bebel-Straße 15 bis 20 wurde in den 1950er-Jahren für das Ministerium für Staatssicherheit errichtet und wird seit der Wiedervereinigung als Gerichtsgebäude genutzt. Die Häuser 1, 2, und 5/6 sollen für insgesamt 13,4 Millionen Euro vollständig saniert und modernisiert werden.