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Ein Artikel der Redaktion NNN

Warnemünde Phosphorforschung am Ostsee-Institut gesichert

Von Maria Pistor | 17.06.2020, 15:24 Uhr

Mit der Unterzeichnung einer neuen Kooperationsvereinbarung kann die Arbeit auf dem P-Campus fortgesetzt werden.

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Am Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde (IOW) kann weiter rund um das Thema Phosphor geforscht werden. Das wurde am Mittwoch durch eine neue Kooperationsvereinbarung zwischen Leibniz-Gemeinschaft, dem Land Mecklenburg-Vorpommern und der Universität Rostock sichergestellt. Bis ins Jahr 2023 fördert die Gemeinschaft das IOW mit weiteren rund 1,1 Millionen Euro. Genauso lange läuft auch eine bereits 2014 in die Wege geleitete Förderung durch Land MV über eine vergleichbare Summe.

„Ohne Phosphor gibt es kein Leben“, erklärte Prof. Ulrich Bathmann, Leiter des IOW, und ging damit auch auf die Bedeutung der Forschung auf dem Wissenschaftscampus Phosphorforschung, kurz P-Campus, ein. Der nur begrenzt verfügbare Rohstoff müsse eine drastische Nutzungsänderung erfahren, mahnte Bathmann an, ansonsten sehe er die Ernährung der Weltbevölkerung als gefährdet an. Außerdem führte eine ineffiziente Phosphor-Nutzung in der Landwirtschaft zu Umweltproblemen, da große Mengen des Elementes die Ökosysteme durch Überdüngung schädigen würden.

100 Forscher involviert

MV-Wissenschaftsministerin Bettina Martin (SPD) zeigte sich ebenfalls von der Bedeutung des Projektes überzeugt: "Der P-Campus ist zu einem Knotenpunkt der Phosphorforschung von internationaler Bedeutung geworden." Darüber hinaus bemerkte sie: "Hier wird der nächsten Generation Wissenschaftlern ein direkter Einstieg in die Forschung ermöglicht."

Aktuell forschen am P-Campus über 100 Wissenschaftler rund um das Thema Phosphor. "Außerdem bearbeiten neun Doktoranden vertiefend Einzelfragestellungen, durch die Fortsetzung der P-Forschung gehen weitere 14 Doktorarbeiten an den Start", ergänzte Bathmann.

Minister erwartet weitere Erkenntnisse

Neben Prof. Peter Leineweber, dem Inhaber des Lehrstuhls für Bodenkunde an der Uni Rostock, war auch Landwirtschaftsminister Till Backhaus (SPD) der Unterzeichnung per Videokonferenz zugeschaltet. "Ich bin überzeugt, dass wir weitere wichtige Erkenntnisse zu nachhaltiger und effizienter Phosphornutzung erwarten können", so der Minister, der auch die bisherige Arbeit schätzte: "So wissen wir beispielsweise deutlich mehr über den Weg des Phosphors von unseren Äckern in die Ostsee."

Leineweber hingegen ging vor allem auf die Wichtigkeit der "gemeinsamen P-Campus-Forschung in Natur-, Agrar-, Technik- und Humanwissenschaften" ein. Diese lasse wissenschaftlich basierte Lösungen erwarten, die der Komplexität der Phosphor-Problematik gerecht würden.Arbeit an drei Schwerpunkten

Die Wissenschaftler des P-Campus widmen sich drei Schwerpunkten. Einerseits steht im Fokus, wie sich Phosphor und seine vielfältigen chemischen Verbindungen in der Umwelt verhalten. Andererseits in die effiziente Nutzung in der Landwirtschaft inklusive Strategien zur Rückgewinnung des Rohstoffes großes Thema. Dritter Schwerpunkt ist der Einsatz von Phosphor-Verbindungen in der industriellen Katalyse.