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Lichtenhagen Lichtenhagen macht sich stark für Toleranz

Von Michaela Kleinsorge | 30.05.2012, 11:39 Uhr

Zum 20.

Mal nähert sich der Jahrestag der Ausschreitungen am Sonnenblumenhaus in Lichtenhagen. Die dramatischen Ereignisse prägen den Stadtteil bis heute. Anlässlich des bevorstehenden Jahrestages geben der Ortsbeirat, das Stadtteil- und Begegnungszentrum (SBZ) der Kolping Initiative und viele andere Vertreter und Vereine den Startschuss für weitere Veranstaltungen. Sie sollen in den nächsten Monaten Zeichen gegen Intoleranz und Ausländerfeindlichkeit setzen. Geplant sind sie in Zusammenarbeit mit der Hansestadt Rostock und dem Verein Bunt statt Braun. "Mit dieser Veranstaltungsreihe wollen wir vor allem die Bewohner Rostocks noch einmal gezielt über die damaligen Ereignisse informieren", sagt Torsten Sohn, Vereins-Geschäftsführer von Bunt statt Braun.

Der Ausländeranteil im Stadtteil Lichtenhagen liegt zum jetzigen Zeitpunkt bei 3,4 Prozent. Potenziale und Möglichkeiten der Integration und der aktiven Mitgestaltung interkultureller Projekte sollen gezeigt werden, so Sohn. Die Aktion begann mit einer Aufkleber- Aktion mit dem Slogan "Lichtenhagen bewegt sich". Vier Wohnungsbaugenossenschaften beteiligen sich und stellen ihre Infokästen oder Eingangstüren für ein "Gemeinsames Füreinander" zur Verfügung.

Morgen eröffnet im SBZ der Kolping Initiative eine Ausstellung, die Schülern aller Rostocker Stadtteile Demokratie und Toleranz anschaulich machen soll. Ein weiterer interkultureller Tag folgt am 5. Juni mit Dr. Maher Fakhouri, der seit 1985 in Rostock lebt und von seinen Erfahrungen als ausländischer Mitbewohner berichtet. Ein Kinder- und Familienfest ist für den 7. Juni auf dem Gelände der Eutiner Straße 20 geplant. Auf dem Plan stehen Kinderanimation und ein buntes Bühnenprogramm. Die Gedenkfeier, die als Hauptveranstaltung vorgesehen ist, wird am 26. August stattfinden. Dazu wollen die Organisatoren auch Bundespräsident Joachim Gauck persönlich einladen. Der Vorsitzende des Ortsbeirats Lichtenhagen, Ralf Mucha (SPD), hofft auf ein verbessertes Image des Stadtteils und betont: "Wir müssen hier Zeichen setzen und uns von dem Negativ-Image deutlich distanzieren."

Der Slogan "Lichtenhagen bewegt sich" soll ein verbindendes Element für alle Stadtteile und Akteure in Rostock und Umgebung werden. "Wir hoffen, dass sich über die Stadtgrenzen hinaus etwas bewegt", sagte Mucha. Ab 1. Juni steht eine neue Internetseite mit allen Veranstaltungsinformationen zur Verfügung. Im Internet: www.lichtenhagen-bewegt-sich.de