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Seehafen Liebherr eröffnet Akademie

Von Jenny Pfeifer | 07.09.2011, 08:45 Uhr

Den eigenen Nachwuchs fördern und gleichzeitig Fachkräfte für die Region qualifizieren - mit seiner neuen Akademie hat sich Liebherr ein großes Ziel gesetzt.

Gestern hat der Kranhersteller im Rostocker Seehafen das Lehrgebäude offiziell in Betrieb genommen. "Wir wollen die Erstausbildung der eigenen Leute und Berufsfrühorientierung bieten", sagt Isolde Liebherr, Vize-Präsidentin des Verwaltungsrates der Liebherr-International AG.

Sechs Millionen Euro hat das Unternehmen in den Bau der Ausbildungswerkstätten, Unterrichtsräume, Ausbildungsinseln und in die technische Ausrüstung investiert. Auch wenn das Gebäude mit 5000 Quadratmetern für Liebherr-Verhältnisse recht klein ist, betont Thomas Müller, Geschäftsführer der Liebherr Mcctec Rostock GmbH, dass die Bedeutung der Akademie wesentlich größer sei. Schließlich konzentriert sich die firmeneigene Bildungsstätte darauf, mit regionalen Jobcentern zusammenzuarbeiten, um Langzeitarbeitssuchende in die Berufswelt zu integrieren.

Zudem will Liebherr mit regionalen Unternehmen wie Nordex, dem Motorenhersteller Caterpillar und dem Großrohrwerk EEW zusammenarbeiten und deren Nachwuchs aus- und weiterbilden. "Jetzt im September starten wir den Lehrbetrieb", sagt Müller.

Seit Mai 2009 bietet die Liebherr-Akademie bereits erste Umschulungslehrgänge an. Im Juni 2011 startete außerdem eine 17-monatige Umschulung zum Teilezurichter sowie eine 26-monatige Umschulung zum Kon struktionsmechaniker. In den Lehrgängen erhalten die Teilnehmer, hauptsächlich bestehend aus Langzeitarbeitsuchenden, fachliche und technische Kenntnisse im Bereich Stahlbau und Schweißtechnik. Im vergangenen Monat haben 36 Teilnehmer die Prüfung zum Konstruktionsmechaniker bestanden. "33 Absolventen konnten wir in ein festes Arbeitsverhältnis übernehmen", sagt Geschäftsführer Müller.

Für die nächsten Jahre prognostiziert Wirtschaftsminister Jürgen Seidel (CDU) dass das verarbeitende Gewerbe weiterhin wächst und die Nachfrage nach Fachkräften steigt: "Unternehmen müssen sich daher um ihren Nachwuchs bemühen." Durch lukrative Ausbildungsangebote ließen sich Lehrlinge am ehesten gewinnen, so Seidel.