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Fairer Handel Lieferung aus dem Hochland

Von Michaela Kleinsorge | 26.06.2015, 08:00 Uhr

Karls Erlebnis-Dorf-Chef lässt Kaffee aus Guatemala in der eigenen Rösterei verarbeiten.

„Es ist von besonderer Bedeutung, dass 40 Bauernfamilien von diesem Kaffee-Export profitieren und dass wir Teil ihres Alltags sein dürfen – allein durch den Genuss einer Tasse Kaffee“, sagt Jorge Contreras. Der Konsul wurde von der Berliner Botschaft Guatemalas nach Rostock entsandt, denn gestern traf die erwartete Kaffeelieferung in Karls Erlebnis-Dorf ein. Die soll jetzt den Besuchern ein besonderes Genusserlebnis bescheren. Die 20,5 Tonnen frische Arabica-Bohnen wurden von 100 Guatemalteken im Hochland gepflückt. Dort hängt jetzt auch die Fahne der Hansestadt Rostock, die sich für Fair Trade einsetzt und das außergewöhnliche Unternehmen von Erlebnis-Dorf-Chef Robert Dahl begrüßt. „Dieses ganz spezielle Erzeuger-Verbraucher-Geschäft ist die Krönung des fairen Handels“, sagt Holger Matthäus (Grüne), Rostocks Senator für Bau und Umwelt, beim feierlichen Empfang der Lieferung in Rövershagen. Durch die direkten Verkaufs-Verhandlungen konnte der Großhandel als Zwischengewinner ausgeschaltet werden, sodass nicht nur der Geschäftsinhaber, sondern auch die Bauern faire Preise erzielen konnten.

Nach einer Idee seines Freundes Burghard Seidel reiste Robert Dahl im Dezember nach Guatemala, um die Möglichkeiten einer direkten Zusammenarbeit mit den dort ansässigen Kaffeeplantagen zu erkunden. „Ich wollte einen persönlichen Eindruck von den biologischen Anbaubedingungen gewinnen“, sagt Dahl. Er und Seidel erlebten aufregende Zeiten auf den Kaffeeplantagen am Atitlán-See, der an einem Vulkan gelegen ist. Vor Ort erhielten die Kaffee-Einkäufer aus dem weit entfernten Mecklenburg-Vorpommern die Unterstützung des deutschstämmigen Wirtschaftsstudenten Boris Katt, der jetzt nach einer Einladung Dahls sein Auslandspraktikum im Erlebnis-Dorf absolviert.

Die als besonders magenfreundlich bekannten Bohnen sollen in der eigenen Kaffeerösterei in Rövershagen bei 200 Grad Celsius 15 Minuten geröstet werden. Dabei dürfen die Besucher zusehen und sich über Hintergründe informieren.