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Schmarl "Likedeeler" vor ungewisser Zukunft

Von Torben Hinz | 12.05.2013, 06:21 Uhr

Es sollte der Rettungsanker für die "Likedeeler" werden und ihr langfristige Planungssicherheit geben.

Doch jetzt hat der Jugendhilfeausschuss den Vorschlag der Linksfraktion abgelehnt, die städtische Finanzierung künftig über den Etat der Kultur und Denkmalpflege laufen zu lassen. Er will seinen Einfluss auf die Jugendarbeit an Bord wahren - bisher kommt das Geld vor allem aus dem Topf des Jugendamts.

Diese Regelung hatte immer wieder Kritik hervorgerufen, da das Geld nicht nur für die Jugendarbeit, sondern auch für den Erhalt des Schiffes eingesetzt wurde. In den vergangenen Jahren drohte der "Likedeeler" daher regelmäßig die komplette Streichung des städtischen Zuschusses - die Arbeit sei zu teuer. Schon jetzt bekommt der Betreiberverein nur noch 85 000 statt der früher einmal 300 000 Euro von der Stadt. Die fehlenden 215 000 Euro muss er über Sponsoren und die Einnahmen aus dem Schullandheim aufbringen. Ein Mitarbeiter musste notgedrungen bereits entlassen werden.

Langfristig drohen weitere herbe Einschnitte, so der Vereinsvorsitzende Wolfdietrich Barmwoldt. "Im Moment fangen wir es dank der guten Saison noch ab", sagt er. Andernfalls wären auch die Arbeitsplätze der beiden Festangestellten für die Jugendarbeit sowie die Posten der Schullandheim-Leiterin und des Koches nicht mehr sicher. Im schlimmsten Fall müsste der Verein mit seinen mehr als 150 ehrenamtlichen Mitgliedern ganz aufgeben.

Das allerdings käme auch die Stadt teuer zu stehen: "Sollte der Verein pleite gehen, fällt das Schiff an Rostock zurück", sagt Hafenkapitän Gisbert Ruhnke. "Wenn es uns nicht auf die Füße fallen soll, müssen wir die Arbeit, die dort geleistet wird, unterstützen", ergänzt er. Sein Hafen- und Seemannsamt steuert 10 000 Euro für den Erhalt der "Likedeeler" und der angegliederten Boote bei. Dafür konnten in diesem Jahr die Masten neu gestrichen werden. Aktuell arbeiten die Vereinsmitglieder an der Außenhaut des Schiffes. Doch trotz der Förderung "haben wir einen Reparaturstau", sagt Barmwoldt. Denn das Geld reiche hinten und vorne nicht. Allein die Hälfte des Zuschusses vom Hafenamt gehe für das Zeesboot drauf. "Alles, was mit Booten zu tun hat, ist ein teurer Spaß", so Barmwoldt. Das treffe insbesondere für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen zu, die besondere Sicherheitsmaßstäbe verlange.

Barmwoldt plädiert dafür, den städtischen Zuschuss aufzusplitten. Der Anteil für die Kinder- und Jugendarbeit könne weiterhin aus dem Topf des Jugendamtes kommen, der für den Erhalt des Schiffes aus einer anderen Quelle. Wichtig sei, "dass sich die Stadt klar positioniert, damit wir frühzeitig Klarheit haben".