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Ein Artikel der Redaktion NNN

Rudern „Leichte“ Marie-Louise Dräger Weltmeisterin im Einer

Von Peter Richter | 30.08.2019, 16:01 Uhr

Marie-Louise Dräger ist am Freitag bei den WM in Linz-Ottensheim im Leichtgewichts-Einer triumphal zu Gold gefahren.

Was für ein gigantischer Auftritt der für die Schweriner Rudergesellschaft von 1874/75 antretenden Rostockerin! Nur vorigen Sonntag im dritten Vorlauf hatten mit Chiaki Tomita aus Japan (7:54,04 Minuten für 2000 Meter), Madeleine Arlett aus Großbritannien (7:55,27) und Ellen Gleadow (Kanada/7:55,69) drei Kontrahentinnen bessere Zeiten aufzuweisen als Marie in Heat 2 (7:57,79). Am Donnerstag im Semifinale (7:32,77) konnte ihr niemand mehr das Wasser reichen.

Spätestens ab da musste die 38-Jährige mit der Bürde der Gold-Kandidatin leben: „Als Titelfavoritin würde ich mich selbst zwar nicht sehen, auch wenn die FISA* mich im Vorfeld schon auf 1 gesetzt hat, aber man weiß nie, was passiert. Gerudert werden muss so oder so“, hatte sich Marie am Donnerstagabend gegenüber NNN geäußert.

Freitag, als es um die Medaillen ging, sorgte sie für die Krönung, und diesmal brachten ihr statt der schwarz-weiß-gewürfelten Strümpfe im Rallyestreifen-Design vom Donnerstag rote Socken Glück!

Wobei sie Letzteres gar nicht brauchte, so souverän, so stark dominierte sie das Rennen. Schon nach 500 Metern hatte sich Marie von der Südafrikanerin Nicole van Wyk und Chiaki Tomita gelöst. Zur Hälfte der Strecke lagen vier Boote schon weit hinter ihr, nur die wie entfesselte kämpfende Japanerin hielt noch mit (0,46 Sekunden beziehungsweise vier Meter zurück). Doch die Rostockerin auf der 4, einer der beiden Mittelbahnen, hatte die Asiatin schräg rechts von ihr auf der 2 immer im Blick, spielte all ihre Erfahrung aus und vergrößerte ihren Vorsprung. Am Ende wurde Marie-Louise Dräger in 7:43,98 Minuten sicher Weltmeisterin vor Chiaki Tomita (7:47,28) und Madeleine Arlett (7:49,82).

Für die Mecklenburgerin war es der bereits vierte Weltmeister-Titel im Leichtgewicht nach 2003, 2005 (jeweils Doppelzweier) und 2010 (Einer und Doppelvierer).

Doppelzweier Krüger/Naske im B-Finale

Stephan Krüger (Frankfurter Rudergesellschaft Germania 1869/Olympischer RC Rostock) und Tim Ole Naske (RG Hansa Hamburg) lagen am Freitag in ihrem Doppelzweier-Halbfinale drei Viertel der Distanz auf Rang vier ohne wirkliche Aussicht, Dritter werden und so das A-Finale erreichen zu können: Die Boote aus China, von Europameister Polen und Titelverteidiger Schweiz waren einfach zu stark. Auf den letzten 500 Metern zogen auch noch die Australier knapp an den Deutschen vorbei.

Krüger/Naske stehen am Sonntag um 11.42 Uhr im B-Finale und müssen dort wenigstens einen Kontrahenten hinter sich lassen, dann ist der Doppelzweier des Deutschen Ruderverbandes für die Olympischen Spiele 2020 in Tokio qualifiziert.

Der Deutschland-Achter mit dem Mecklenburger Jung Hannes Ocik (Schwerin/Rostock) auf Schlag will am Sonntag um 14.12 Uhr zum dritten Mal hintereinander Weltmeister werden und zugleich den Olympia-Startplatz des Flaggschiffs klar machen (mindestens Rang fünf).

* Fédération Internationale des Sociétés d’Aviron (Weltruderverband)