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Rostock Marine baut aus

Von Nicole Pätzold | 13.06.2017, 21:00 Uhr

Grundsteinlegung im Hansaviertel . 66 Millionen Euro für neues Hauptquartier, das Frieden bringen soll #wirkoennenrichtig

Für 66,3 Millionen Euro entsteht zwischen Karl-Marx-, Tschaikowski- und Kopernikustraße ein neues Multifunktionsgebäude für die Deutsche Marine – mit 6600 Quadratmetern. Heute wurde in der Hanse-Kaserne der Grundstein gelegt. „Wir wachsen und wir wachsen in Rostock. Und das ist gut für die Hansestadt Rostock und gut für die Marine“, sagte der Chef des Stabes, Admiral Thorsten Kähler.

Bis 2020 soll der Bau fertig sein, bis 2022 die technische Ausstattung für das Maritime Operation Center (MOC), das dort einziehen wird, aufgerüstet sein. „Hier sitzt der Marine-Sachverstand“, sagte Kähler, „aber geführt wird der Stab noch in Glücksburg“. Das soll sich ändern. 2012 war die Entscheidung gefallen, dass Marine-Einsätze komplett aus der Hansestadt taktisch und operativ geführt werden sollen. Der Standort Glücksburg, dort operiert die Marine noch größtenteils in einem Bunker, wird geschlossen. „Wir hätten ohnehin in neue Infrastruktur investieren müssen“, sagt Kähler. Der Standort Rostock sei am Ende sogar preiswerter. Von großem Vorteil sei die Hansestadt Rostock aber für die Marine aufgrund ihrer zentralen Lage. Die Ostsee habe eine gesteigerte Bedeutung erlangt. Deutschland habe wertvolle EU-Partner in der Ostsee – wie Schweden und Finnland. „Wir wollen und müssen die Ostsee-Kooperation verstärken“, sagt Kähler – um mit „Freunden“ zu kooperieren und ressourcensparender arbeiten zu können. „Dieses bleibt ein deutsches Hauptquartier – allerdings mit multinationalen Anteilen, die wir mit aufnehmen wollen.“

Die Koordinierung und der Bau obliegen dem Betrieb für Bau und Liegenschaften (BBL) des Landes, dem Geschäftsbereich Schwerin mit Außenstelle in Rostock. „Wir machen das hier als Bundesauftrag“, sagt Geschäftsbereichsleiter Robert Klaus. Das Bundesministerium der Verteidigung investiere in die weitere Entwicklung des Standorts. Begonnen haben die Arbeiten im Juli 2016. Sie umfassen neben dem 120 Meter langen und 35 Meter breiten Viergeschosser am Nordende des Exerzierplatzes auch den Neubau einer Parkpalette. Darüber hinaus werden Außenanlagen umgestaltet. Geplant wurde das Projekt vom Rostocker Architekturbüro Bastmann und Zavracky.

Das neue Gebäude ist für 380 IT-Arbeitsplätze ausgelegt, die in 200 Räumen arbeiten sollen, die digitale Lagebilder aus der Ostsee in Echtzeit aufbauen, genau wissen, wer wo steht. „Wir hoffen, dass aus diesem Hauptquartier der Frieden bewahrt wird, aber den kann man nur bewahren, wenn man glaubwürdig verteidigen kann“, sagte Kähler.