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Rostock Marinekommando zieht in die Hansestadt

Von Juliane Hinz | 26.10.2011, 07:46 Uhr

Die Zentrale der Deutschen Marine wird in Zukunft in Rostock ihren Sitz haben.

Das ist seit gestern sicher. Damit wird das Marinekommando - in dem Marineamt, Flottenkommando und Führungsstab aufgehen - in der Hansestadt angesiedelt. Der Inspekteur der Marine Vize-Admiral Axel Schimpf kommt somit nach Rostock. Hier leitete er bis 2010 das Marineamt. Der Stützpunkt in Hohe Düne wird erhalten. Die Zahl der Dienstposten am Standort Rostock bleiben etwa gleich. Eine im Bundesvergleich verschwindend geringer Kürzung um 80 Stellen ist geplant.

OB Methling: "Das sind gute Nachrichten."

"Das sind gute Nachrichten für die Hansestadt Rostock", sagt Oberbürgermeister Roland Methling (parteilos). Er sieht Rostock mit seiner maritimen Tradition und der vorhandenen Infrastruktur gut gerüstet, um die Rolle des Stadtortes des Marinekommandos zu erfüllen. Methling kommentiert: "Für mich ist das auch ein Stück Gleichberechtigung und gelebte deutsche Einheit."

Erleichterung beherrscht die Atmosphäre im Stützpunkt in Hohe Düne. "Seit einem Jahr war die Stimmung gedrückt", sagt Fregattenkapitän Hagen Diedrich, Kommandeur des Marinestützpunktkommandos Warnemünde. Nun seien Soldaten und Zivilbeschäftigte in doppeltem Sinne erleichtert: "Zum einen, weil endlich Klarheit herrscht, zum anderen, weil sich der Sachverhalt positiv für Rostock entwickelt hat."

Fest steht auch, dass das 1. Korvettengeschwader in Rostock bleiben wird. Das 7. Schnellbootgeschwader wird hingegen aufgelöst. "Die Marine trennt sich vom Waffensystem Schnellboot", erklärt Diedrich. Das heißt, die Boote werden über kurz oder lang verschrottet, verkauft oder abgegeben. Wann genau das sein wird, kann Diedrich noch nicht sagen.

Auch der Luftwaffestützpunkt in Laage geht gestärkt aus der Bundeswehrreform hervor. Der Standort ist mit seiner Kernaufgabe, der Schulung von Eurofighter-Piloten, bestätigt worden. Darüber hinaus gibt es eine personelle Verstärkung auf dann 1260 Dienstposten. Denn die Instandhaltungsgruppe aus dem Stützpunkt Trollenhagen, der aufgegeben wird, kommt nach Laage.

Wirtschaft erhofft positive Effekte

"Wir wissen um die Bedeutung unseres Auftrages", sagt Oberstleutnant Gero von Fritsche, Kommandant der fliegenden Gruppe. "Deshalb hatten wir auch keine maßgeblichen Veränderungen erwartet." Jetzt sei im Zuge der Feinausplanung abzuwarten, ob es bei der Eurofighter-Schulung bleibt oder ob die Aufgaben des Stützpunktes erweitert werden. Möglich sei es auch, so von Fritsche, dass das Jagdgeschwader 73 "Steinhoff" zum Einsatzgeschwader wird.

Auch Rostocks Wirtschaft kann von der Aufwertung des Bundeswehrstandortes profitieren. "Wir versprechen uns hierdurch neben einer weiteren Erhöhung der Kaufkraft auch ein zunehmend attraktives Umfeld für weitere Dienstleister", sagt Christian Weiß, Geschäftsführer von Rostock Business. Gerade im Bereich Wohnungswirtschaft rechnet er mit positiven Effekten.