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Rostock Markthändler buhlen um Stände

Von nicp | 06.06.2018, 08:00 Uhr

Bartek Owczarek will lieb gewonnene Standzeiten nicht einbüßen, Großmarkt-Chefin erklärt Auswahlverfahren und Vergaben.

Die Rostocker Wochenmärkte sind beliebt – bei den Rostockern, aber auch bei den Händlern. Frischer Spargel, Erdbeeren, Kirschen, Kartoffeln gehen über den Tresen. Bei Obst- und Gemüsehändler Bartek Owczarek und seinem Kollegen Damian brummt das Geschäft. Aber der 28-jährige Pole musste seine Marktzeiten einschränken. Darüber beschwerten sich sogar schon Kunden bei der veranstaltenden Rostock Großmarkt GmbH.

Bartek Owczarek startete im Winter mit einem Donnerstag auf dem Neuen Markt. Eigentlich „eine Katastrophe für den Verkauf“, denn dann gibt es kaum Frisches, sagt er. Dann kam der Mittwoch dazu, dann stand er Dienstag bis Freitag – in Absprache mit den Markt-Meistern der veranstaltenden Rostock Großmarkt GmbH. „Jetzt ist die beste Zeit“, sagt der 28-Jährige. Aber ausgerechnet im Frühjahr seien ihm die Zeiten beschnitten worden. Er sollte nur noch Donnerstag verkaufen dürfen, bedauert Owczarek. Ein anderer Händler war aus der Winterpause zurückgekommen. Doch das Geschäft mit den polnischen Frischwaren laufe. „Was ist das für eine freie Marktwirtschaft?“, kritisiert Stammkundin Jana Dolinga-Pinick. „Preis, Leistung, Qualität und Nettigkeit“, sagt sie, „das ist wichtig für die Kunden“. Und sie ist nicht die einzige, die ihn verteidigt.

Nun verhandelt Bartek Owczarek mit der Großmarkt GmbH über eine Alternative. Ganz konkret beschäftigen sich die beiden Marktmeister, die sich die Zuständigkeit für die Wochenmärkte aufteilen, sowie Unternehmenschefin Inga Knospe damit. Die drei entscheiden über das gesamte Angebot der Wochenmärkte.

„Der polnische Händler war als Vertretung da für einen unserer Stammhändler, der 25 Jahre schon sein Obst und Gemüse verkauft“, erklärt Inga Knospe. Der sei nun aus seiner Pause zurück. Es sei von Anfang an besprochen, dass es eine Vertretung ist, sagt Knospe. Bei Bartek Owczarek kam das so aber gar nicht an, sagt er und habe extra ein neues Auto angeschafft. Er fühlt sich auf dem Markt wohl. Auf dem Wochenmarkt seien montags bis freitags sowie sonnabends zwei Obst- und Gemüsehändler, an zwei Wochentagen noch einer aus dem Bio-Segment, erklärt die Großmarkt-Chefin. Damit sei der Bereich abgedeckt. „Wir haben als Großmarkt auch die Aufgabe, dass die Märkte funktionieren“, begründet sie. So ließe sich das Angebot nicht mit einem Bereich überfrachten. „Wir haben eine bestimmte Quote für bestimmte Produkte.“ Owczarek hätte sie aber Ausgleichmärkte angeboten. Logistisch funktioniere die offerierte Alternative in Lütten Klein für ihn aber nicht, sagt er, auch weil es dann um andere Waren gehe. „Es ist ein schöner Stand, den er hat und wir würden ihn gern in Rostock behalten“, sagt Knospe, „wir werden hoffentlich eine Lösung finden, die für alle funktioniert“.

Ein erster Kompromiss ist erreicht: Owczarek darf nun auch Mittwoch auf dem Neuen Markt stehen, auch wenn er dann der dritte Gemüsehändler ist, sagt er. Für die anderen Tage spekuliert er als Alternative auf die Südstadt, würde sich aber auch wünschen, Dienstag und Freitag auf seinem Markt bleiben zu können. In Warnemünde gebe es sechs und am Dobi sogar vier Obsthändler.

Auf einen Blick: Wochenmärkte
• Es gibt die Wochenmärkte Warnemünde, Dierkow, Doberaner Platz, Gehlsdorf, Lichtenhagen, Lütten Klein, Margaretenplatz, Neuer Markt und Reutershagen. • Was verkauft wird, regelt die Marktordnung (Alkohol fällt beispielsweise aufgrund der Gewerbeordnung raus). • Standgebühren werden in der Regel monatlich  erhoben. Sie schwanken zwischen unter zehn und einigen Hundert Euro – je nach Standgröße und Zeiten. Frische Waren, die gefördert werden sollen, sind günstiger. • www. rostocker-wochenmärkte.de