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Baumaßnahmen Matrosendenkmal: Rostock plant um

Von TOHI | 27.06.2017, 06:00 Uhr

Gutachter rät von Umverlegung der Monumentalskulptur ab – Aufschüttung soll Platz für Promenade und Stufen sichern

Nach der Absage an eine Versetzung des Matrosendenkmals Richtung Süden soll nun alternativ ein Teil des Stadthafens aufgeschüttet werden. So wollen die Planer Platz für die angestrebte Aufwertung des Bereichs schaffen, erklärt Thomas Werner vom Amt für Kultur, Denkmalpflege und Museen. Anstelle des aktuellen Fußweges sind terrassenförmige Stufen zum Verweilen vorgesehen, direkt am Wasser eine vier Meter breite Promenade und in Richtung Kabutzenhof eine Rasenfläche mit zwei Baumreihen.

Ein Metallrestaurator hatte das Denkmal Ende vergangenen Jahres überprüft. Ergebnis: Die aus rund 40 Einzelteilen zusammengesetzte neun Meter hohe Bronzeskulptur kann nicht in einem Stück versetzt werden. „Hinterher würde man erkennen, wo die Figur auseinandergebaut wurde“, sagt Werner. Deswegen musste eine alternative Lösung her. „Die Frage war immer: Wie schafft man es, zum Wasser mehr Platz zu bekommen?“, erklärt Werner. Am Ende setzte sich die Aufschüttung dank der verhältnismäßig günstigen Kosten und des geringeren Pflegeaufwands gegen Varianten wie eine Spundwand oder eine kleine Brücke durch.

Morgen um 19 Uhr wollen die Planer die neue Vorlage im Ortsbeirat Kröpeliner-Tor-Vorstadt präsentieren. Er tagt beim Eigenbetrieb Kommunale Objektbewirtschaftung und -entwicklung in der Ulmenstraße 44. „Wenn alles gut geht, reißen wir in diesem Jahr noch einiges weg“, sagt Werner. Das betreffe vor allem die maroden Kellerräume und deren Außenwände. Sie reichen zum Teil bis unter den Sockel der Skulptur von Wolfgang Eckardt und werden nach dem Abriss verfüllt. „Es gibt ein paar bauliche Mängel, die von vornherein da waren“, so Werner. Beispielsweise habe es keine Belüftung unter dem Sockel gegeben, sodass Kondenswasser Schäden angerichtet habe. Auch seien teils einfach die Schrauben verwendet worden, die 1977 eben zur Verfügung gestanden hätten. Das habe unerwünschte chemische Reaktionen hervorgerufen.

All diese Mängel sollen innerhalb der rund drei Millionen Euro teuren Sanierung behoben werden. Nach aktuellem Stand werden die Arbeiten im November 2018 abgeschlossen. Die Statue selbst muss im Frühjahr oder Herbst instand gesetzt werden, da sie nicht zu warm werden darf, erklärt Werner. Zu ihrer Entstehungsgeschichte ist im November nächsten Jahres eine Ausstellung geplant.