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Rostock Max-Samuel-Haus von Nässe bedroht

Von Nicole Pätzold | 25.05.2012, 09:07 Uhr

Feuchtigkeit kriecht in die Wand, wird nicht mehr abgedämmt, ein Teil des Mauerwerks fehlt einfach - so erschreckend stellt sich die bauliche Situation des Max-Samuel-Hauses dar, der Villa am Schillerplatz.

Das Haus und die Arbeit der gleichnamigen Stiftung, der Begegnungsstätte für jüdische Geschichte und Kultur, sind durch Schimmel und Feuchtigkeit in den vergangenen Monaten massiv bedroht gewesen. Jetzt ist die rettende Sanierung fast abgeschlossen.

"Wenn das die Etage darüber, die Veranstaltungsräume, erreicht hätte, hätten wir unser Programm reduzieren müssen", sagt Frank Schröder, Historiker im Haus. "Die Riesenausstellung im Sommer über die Familie Josephy hätten wir ganz streichen können." Doch die Stiftung reagierte schnell, engagierte die Fachsanierungsfirma Kucher Bau. Deren Mitarbeiter legten die Wände frei, dichteten sie von innen und außen ab und stellten die Sperren gegen die Feuchtigkeit wieder her. Doch ein weiteres Problem trat auf: "Ein Teil des Grundmauerwerks war einfach nicht da", sagt Hans-Dieter Seibel von Kucher Bau. Ein großes Problem für die Statik.

Mittlerweile sind die Mauern eingezogen, seit Januar werkelt die Firma. Doch das kostet. 30 000 Euro verschlingen die Sanierungsmaßnahmen - Geld, das für die Einrichtung schwer aufzubringen ist. "Wir sind ja so eine Stiftung, bei der das Vermögen eigentlich das Haus ist", sagt Ulrike Oschwald, Vorstandsvorsitzende der Max-Samuel-Stiftung. Mindestens 40 Prozent der Mittel müssen selbst aufgebracht werden. "Wir leben auch davon, dass wir im Haus eine gute Mietsituation gewährleisten", sagt Oschwald. Vier Firmen und vier Wohnungsmieter sitzen mit in der Villa.

Dadurch fiel die Feuchtigkeit auch erst auf: Vor zwei Jahren wurden weitere Räume zu einer Wohnung umgebaut. Nässe wurde deutlich, störte die Mieter. Die Mängel überraschten in ihrer Tragweite Mieter und Stiftung, die ihre Arbeit, die Aufklärung über jüdische Geschichte und Kultur, in Gefahr sah. "Wir sind als freier Träger Eigentümer des Grundstücks und müssen alle investiven Maßnahmen selbst tragen", sagt Schröder. Bei der Stiftung der Ostseesparkasse (Ospa) fanden sie Hilfe. "Wir haben uns nicht lange bitten lassen", sagt Sprecherin Katrin Stüdemann. Eine Spende über 4000 Euro geht an die Einrichtung, Seibel legte noch 1300 Euro drauf. In wenigen Wochen ist das Max-Samuel-Haus so wieder gesichert.