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Wasserball Medaille bei Deutscher Meisterschaft ist realistisch

Von Uwe Richter | 20.11.2019, 17:44 Uhr

Der neue Trainer des WSW, Livio Cocozza, im Interview: Er traut vor allem den Mädchen des Rostocker Vereins viel zu.

Der Verein Wassersport Warnow Rostock hat Großes vor: Der WSW will im Wasserball in den nächsten Jahren mit der U 18 sowie dem Frauenteam in die 1. Liga aufsteigen. Dafür hat er mit Livio Cocozza einen neuen Cheftrainer gewinnen können.

Der 36-jährige Italiener kam nach Stationen in Italien, Spanien, Großbritannien und den USA erstmalig nach Deutschland.

Vormittags besucht er einen Deutsch-Kurs. Für Training und Wettkampf läuft die Kommunikation vorläufig in englischer Sprache.

Herr Cocozza, wie sind Ihre ersten Eindrücke von der Stadt Rostock?

Ich bin hier Ende August angekommen und war jeden Tag in Warnemünde am Strand. Am liebsten hätte ich das komplette Training dorthin verlegt. Rostock ist eine sehr attraktive Stadt, und ich fühle mich hier sehr wohl. Leider habe ich noch keine richtige Wohnung gefunden. Meine Ferienwohnung hat hoffentlich bald als Provisorium ausgedient.

Warum haben Sie sich für Rostock als neue berufliche Station entschieden?

Mein neuer Verein steht im Wasserball schon auf einem sehr guten Level. Insgesamt sind fünf Teams für den Spielbetrieb der Saison 2020 gemeldet – erstmals auch eine U 16. Besonders und herausragend am WSW finde ich das ungewöhnliche Konzept für einen Wasserball-Verein mit allein über 700 Kindern im Vorschulsport und dazu das wunderschöne Vereinsbad an der Warnow. Der Vorteil gegenüber anderen Angeboten war auch, dass mir hier eine langfristige Tätigkeit ermöglicht wird, was weit über die sonst üblichen Ein-Jahres-Verträge hinausgeht.

Was sind die besonderen Herausforderungen für die Arbeit hier?

Ich sehe zwei große Herausforderungen für meine Arbeit in Rostock. Mit nur vier Stunden Wassertraining pro Woche für den kompletten Nachwuchs und das Frauenteam sind die Trainingsvoraussetzungen mehr als schwierig. Ich versuche möglichst viele Inhalte auf das Land-Training zu verlagern und kämpfe mit dem Verein um eine extra Wasserzeit für unsere Landeskader sowie um zusätzliche Möglichkeiten, in der Halle unser Schwimm-Training zu absolvieren.

Und die zweite große Herausforderung?

Das sind die langen Fahrtwege zu unseren Spielpartnern und das bisher fehlende Heimspielrecht in der Jugendliga Hannover. Dazu gehört aber auch, dass die anderen beiden Wasserballvereine in MV sich in der Jugendarbeit nicht entwickeln können, weil sie nicht bereit sind, in den Spielbetrieb zu gehen.

Welche Ziele wollen Sie hier in den nächsten Jahren erreichen?

Wir spielen sehr erfolgreich in zwei Jugendligen in Norddeutschland und haben auch schon Gold, Silber und Bronze bei norddeutschen Titelkämpfen geholt. Ich möchte alle fünf Teams auf ein noch höheres Level bringen, indem ich moderne Trainingsmethoden einbringe und viel individuell mit den Sportlern arbeite. In den kommenden Jahren gilt es, sich auch mal für eine deutsche Endrunde zu qualifizieren. Die größten Chancen sehe ich künftig in der Förderung unserer Mädchen. Hier halte ich sogar eine Medaille bei der Deutschen Meisterschaft für realistisch.