Ein Angebot des medienhaus nord
Ein Artikel der Redaktion NNN

Norddeutsche Neueste Nachrichten Mehr Distanz

Von Rasmus Buchsteiner | 01.08.2009, 08:21 Uhr

Seit an Seit nur mit der SPD - diese Zeiten sind für die Gewerkschaften nicht erst seit gestern vorüber.

Frank-Walter Steinmeier wird nicht sonderlich erstaunt darüber sein, dass DGB, IG Metall & Co keine Wahlempfehlungen abgeben wollen. Damit war zu rechnen. Dabei sprechen sich die Gewerkschaften wohlgemerkt auch nicht für die politische Konkurrenz aus. Die organisierten Arbeitnehmer tun gut daran, ihre Unabhängigkeit zu pflegen. Sich von der einen oder anderen politischen Kraft vereinnahmen zu lassen, wäre für sie nur von Nachteil. Ein bisschen mehr Distanz gegenüber den Sozialdemokraten steht den Gewerkschaften jedenfalls gut zu Gesicht. Es macht sie glaubwürdiger. Und es verschafft ihnen Respekt und die notwendige Augenhöhe überall dort, wo die Politik nicht auf ihre Stimme verzichten kann - jetzt in der Wirtschaftskrise zum Beispiel. Tatsächlich ist vieles in letzter Zeit im Schulterschluss zwischen Bundesregierung und Gewerkschaften auf den Weg gebracht worden. Die beiden Konjunkturpakete, die Abwrackprämie oder die massive Ausweitung der Kurzarbeit gehören dazu. Auch für die SPD muss es auf Dauer nicht unbedingt von Nachteil sein, dass die Gewerkschaften wieder stärker ihre Überparteilichkeit betonen. Rente mit 67 und Hartz IV - es gibt viele Punkte, bei denen die Gewerkschaften und der Kandidat Steinmeier nicht einer Meinung sind.