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Eisbär Mehr Platz zum Toben

Von IANE | 20.06.2015, 10:00 Uhr

Fiete zieht mit seiner Mutter Vilma auf die große Anlage der Bärenburg um.

Wie ein Büfett sieht die große Anlage auf der Bärenburg aus, kurz bevor sich das Schiebetor für Fiete und seine Mutter Vilma öffnet. Da liegen Äpfel, Möhren, Tomaten, alles bunt verteilt zwischen Ästen und Stämmen. Die Leckereien sollen den kleinen Eisbären dazu ermuntern, sein neues Gehege zu erkunden. Und Fiete lässt sich nicht zweimal bitten, tapst mutig über das Gelände, nascht mal hier, mal da und taucht seine Schnauze in das Wasser des tiefen Grabens. Um den kleinen Eisbären zum Schwimmen und Spielen im Becken zu animieren, hat Stephan Konradt vom Zoo-Verein eigenhändig ein kleines Floß gebaut. Doch erstmal nimmt Vilma das Holz-Spielzeug in Beschlag.

„Wenn die Mutter-Kind-Anlage für Fiete die Krippe war, dann ist er jetzt in der Kita“, sagt Zoo-Direktor Udo Nagel. Und die ist Eisbären-kindgerecht eingerichtet. Unterhalb der hohen Absätze ist Sand aufgeschüttet, damit Fiete nicht auf den harten Beton stürzt, sollte er sich beim Springen verschätzen. Die Sorge ist allerdings unbegründet, stellt Kuratorin Antje Zimmermann fest: „Fiete schaut ganz genau, welche Höhen er sich schon zutrauen kann und welche nicht.“ Als Tierpfleger René Schoknecht zwei Melonen ins Wasser wirft, lässt Fiete seine Mutter danach tauchen. Gemeinsam zerlegen sie das Obst an Land und lassen es sich schmecken. Für die Eisbären ist die Frucht wie eine Süßigkeit.

Fiete wiegt jetzt etwa 40 Kilo. Mindestens bis Sommer 2016 wird er in Rostock bleiben. In freier Wildbahn sind Mutter und Kind zweieinhalb Jahre zusammen. „In Zoos verkürzt sich die Zeit aber, weil die Jungtiere beispielsweise nicht jagen lernen müssen“, erklärt Zimmermann. Die Kuratorin betont: „Es ist wirklich etwas Besonderes, was wir hier haben.“ In der Saison 2014/15 seien in den Zoos weltweit nur zehn Eisbären geboren worden. Einer davon ist der Rostocker Fiete.