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Miese Lotto-Masche Mit diesem Trick wollen Betrüger Rostocker reinlegen

Von Nicole Pätzold-Glaß | 28.02.2019, 12:10 Uhr

Die letzten Tage häufen sich wieder die Betrugsversuche übers Telefon - mit der Lottomasche. Die Rostock reagieren gut.

Das Telefon schellt, Regina Ullerich denkt an nichts Böses. Doch dann wird ihr am anderen Ende der Leitung erklärt, dass sie mal eben 210 Euro bezahlen müsse, für einen Lotto-Vertrag, den sie abgeschlossen habe. Ihr Bankdaten habe man. Erstmal ein Schock.

„Diese Telefonanrufe (zu angeblichen Lotto-Verträgen) gibt es in den verschiedensten Varianten“, sagt Matthias Wins, Fachberater für Recht bei der Verbraucherzentrale MV in Rostock. „Gerade in den letzten Tagen haben wir besonders viele Anfragen.“

Bei Regina Ullerich lief es folgendermaßen: „Angeblich habe ich ein viertel Jahr Lotto gratis gespielt und vergessen, zu kündigen“, erzählt sie. Aber das Unternehmen wollte großzügig sein und nicht für ein ganzes Jahr kassieren, habe die Frau am anderen Ende der Leitung berichtet. Wenn sie pro Monat 70 Euro zahlt. „Das Geld sollte abgebucht werden. Sie wollte nur die Bankverbindung mit mir abgleichen.“ Aber Regina Ullerich reagierte genauso so, wie es die Verbraucherzentrale empfiehlt. „Dann belegen Sie mir das schriftlich“, habe sie gefordert und dann alsbald das Gespräch beendet.

„Die Leute, die anrufen, sind Profis“, betont Wins. Oft melden sie sich aus Callcentern im Ausland unter falschen, nicht zurückrufbaren Nummern. Ebenso wie der Enkeltrick funktioniere die Masche dadurch, „dass die Leute nicht richtig zum Nachdenken kommen“, sagt Wins. Sie würden völlig überrumpelt – von der Not angeblicher Enkel, mit Zuckerbrot („Sie haben im Lotto gewonnen!“) oder Peitsche („Wenn wir Ihnen erst etwas schicken müssen, müssen sie voll zahlen und wir müssen Anzeige erstatten wegen der offenen Rechnungen.“)

Ullerich blieb all das aufgrund ihrer natürlichen Skepsis und schnellen Reaktionsfähigkeit erspart. Und damit ist sie nicht allein, weiß Polizeisprecherin Dörte Lembke. „Unsere Rostocker sind da ziemlich gut“, sagt sie, „aber es ist unglaublich, was es für Maschen gibt“. Sie geht dennoch davon aus, dass viele Fälle gar nicht erst gemeldet werden, die Angerufenen einfach auflegen. Angezeigt werden wenige Fälle und Amtshilfeersuche, wenn das Opfer zahlt, liefen auch oft ins Leere, sagt Wins. Trotzdem werde die Masche sich fortsetzen. Es reiche den Betrügern schon, wenn jeder 50. oder 100. darauf reinfalle, bei den geringen Aufwandskosten, die sie durch Mails und Anrufe heutzutage hätten, rechne sich das schon. An die Daten kämen die Täter laut Polizei häufig über das Telefonbuch. Wins schließt nicht aus, dass Daten aus Telefongewinnspielen genutzt würden.