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Integration Migrantinnen-Sprechzeit für Selbstständigkeit

Von Redaktion svz.de | 16.08.2018, 05:00 Uhr

Asyl-Amt will Frauen zu mehr Selbstständigkeit, Kontakten und Verantwortung verhelfen.

Die neue Frauensprechzeit des Amtes für Jugend, Soziales und Asyl soll Frauen mit Migrationshintergrund zu mehr Kontakten, Selbstständigkeit und Verantwortungsübernahme verhelfen. Derzeit werden Beratungen im Amt zu 70 Prozent von den Ehemännern der Familien übernommen. Im Fall von Trennungen sind die Frauen oft nicht in der Lage, ihre behördlichen Angelegenheiten zu regeln. „Daher sollte man sie rechtzeitig an formellen Prozessen beteiligen“, sagt Sozialsenator Steffen Bockhahn (Linke).

Auch in vermuteten Fällen von häuslicher Gewalt ist es oft nicht möglich, einen vom Ehemann unabhängigen Kontakt zu den Frauen aufzunehmen. Viele Männer der im Zeitraum 2015/2016 eingereisten Familien beenden derzeit ihre Sprachkurse und werden in Arbeit oder andere Maßnahmen vermittelt. „Frauen können hier Formalitäten übernehmen, damit sich bürokratische Angelegenheiten nicht häufen oder ungeregelt bleiben“, so Senator Steffen Bockhahn.

Zu den Frauensprechzeiten, die das Amt seit Kurzem am Dienstag von 9 bis 12 Uhr anbietet, können Frauen Unterlagen mitbringen, erhalten Erläuterungen dazu sowie Hinweise für weitere Handlungen. Dabei geht es um Gesundheit, Verhütung, Frauenrechte oder Kindeswohl. Frauen können die Mitarbeiterinnen des Amtes auch aufzusuchen, ohne dabei gesehen zu werden.