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Hochwasserschutz Warnemünde Minister gibt Startschuss für Uferwand

Von MAPP | 15.01.2018, 21:00 Uhr

Land investiert neun Millionen Euro in Sturmflutschutz

Einmal mit einer klassischen Schaufel und dann noch im Bagger: So hat am Montag Umweltminister Till Backhaus (SPD) den Startschuss zum Bau der Sturmflutschutzwand Warnemünde gegeben. Neun Millionen Euro investiert das Land ins wichtige Vorhaben. Die Planungen zum rückwärtigen Sturmflutschutz laufen seit Jahren. „Ein großer Dank gilt den Kollegen des Staatlichen Amtes für Landwirschaft, Umwelt und Natur für das beharrliche Festhalten an dem erforderlichen Hochwasserschutzkonzept für Warnemünde durch Dr. Lars Tiepolt und den ehemaligen Amtsleiter Hans-Joachim Meier“, sagt Bausenator Holger Matthäus (Grüne). Die neue Hochwasserschutzwand ist nur fünf Zentimeter höher als die vorhandene knapp 50 Jahre alte erneuerungsbedürftige Vorgängerkonstruktion. Die Oberkante liegt dann bei 2,75 über Normalhöhe Null. Sie hält Wasserständen bis 2,50 Meter stand. Damit ist der Sturmflutschutz für die kommenden Jahre gesichert. Experten haben errechnet: Legt man die aktuelle Annahme über einen Meeresspiegelanstieg von 50 Zentimetern in 100 Jahren zugrunde, würde ein Aufstocken der Sturmschutzwand um das Jahr 2060 erforderlich sein. Dann könnte die Ufermauer auf 2,95 Meter erhöht werden und so Sturmfluten mit Wasserständen bis 2,70 über Normalnull standhalten.

„Der Sturmflutschutz für die Ortslage Warnemünde wird mit dem jetzigen Abschnitt um einen bedeutenden Lückenschluss kleiner“, betont Bausenator Matthäus und ergänzt: „Der abschließende Abschnitt zum vollständigen Schutz von Warnemünde befindet sich im Laakbereich zwischen den Ortslagen Warnemünde und Groß Klein. Hier gibt es eine Fortführung von Stadt und Land, das Areal ist ab 2019 in Planung.“

Mit der Bauausführung ist die Firma Claus Wieben Bauunternehmung GmbH und Co. KG beauftragt. „Es wird eine neue Ufermauer aus Stahlspundwänden errichtet, verbunden mit einer Kaitragplatte aus Stahlbeton“, erklärt Minister Backhaus. Diese Konstruktion bildet die Grundlage für den Einsatz adaptiver Hochwasserschutzelemente aus Stahlbeton. Damit wird erstmalig ein Sturmflutschutzbauwerk in modularer Bauweise errichtet. „Wir freuen uns auf diese Arbeit, sie ist sehr anspruchsvoll“, so Bauunternehmer Claus Wieben. Die Arbeiten ziehen sich bis Mai 2019 hin. Die Bürgerinitiative Sturmflutschutz Südende Alter Strom begrüßt den Bau der Wand einschließlich der wasserseitigen Promenade, teilt Sprecher Lutz Postel mit. Die Initiative hat immer für ein Dammbalkensystem plädiert, das allerdings von den beteiligten Experten verworfen wurde.

Zahlen & Fakten zur Uferwand

  • Die Hochwasserschutzwand vom Südende des Alten Stroms ist etwa 500 Meter lang.
  • Die Spundwand besteht aus 500 Tonnen Stahl.
  • Es werden 500 Spundbohlen von neun Metern Länge verbaut und
  • rund 1600 Kubikmeter Beton und
  • 300 Tonnen Bewehrungstahl benötigt.
  • Außerdem werden 180 Betonmodule von zwei mal zwei Metern Größe und etwa 30 Zentimetern Dicke verbaut.
  • Der Neubau der Ufermauer ist mit etwa neun Millionen Euro veranschlagt.