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Wilhelmshöhe Mit Liebeshormonen locken

Von MAPP | 29.07.2014, 06:00 Uhr

Das Forstamt geht mit einer Deltafalle auf die Jagd nach dem Eichenprozessionsspinner – alles für ein landesweites Monitoring.

Im Naturschutzgebiet bei der Wilhelmshöhe hat Revierförster Christoph Willert eine ganz besondere Falle an einer Eiche befestigt. Das Stadtforstamt nimmt an einem Monitoring in Mecklenburg-Vorpommern teil, bei dem herausgefunden werden soll, ob sich in dieser Region auch der gefährliche Eichenprozessionsspinner angesiedelt hat. „Wir nehmen seit vier Jahren an dieser Überwachung teil“, sagt Willert. In der Regel kommt der Eichenprozessionsspinner mehr im Süden Deutschlands vor. Aber weil es in Ludwigslust erste Aufkommen des vor allem für Menschen schädlichen Vertreters der Familie der Zahnspinner gegeben hat, wird bis August auch an zwei Stellen in Rostock getestet – einmal in der Wilhelsmhöhe, die zweite Falle ist in der Satower Straße aufgestellt worden, wo es eine Eichenallee gibt. „Es wurde herausgefunden, dass sich die Raupenhaare oft durch den Autoverkehr verbreiten“, sagt Willert.

Die Deltafalle in Wilhelmshöhe und die in der Stadtweide sind mit einem Sexuallockstoff für männliche Falter gefüllt. An einem Leimbelag sollen sie festkleben.

Die Förster kontrollieren regelmäßig, ob dieser gefährliche Schädling hier vorkommt. Bis zum August werden diese Tests gemacht. Sollte der Nachtfalter auftreten, dann müssen Strategien zur Bekämpfung gefunden werden. „Denn der Falter schädigt nicht nur Eichen. Viel gefährlicher ist er für die Menschen“, so Willert. „Das liegt an den Haaren aus dem dritten Larvenstadium, die bei Berührungen giftige Reaktionen auslösen können.“ Betroffene bekommen Quaddeln oder Raupendermatitis.

Wenn die Eichenprozessionsspinner auftreten, dann ist das Forstamt mit Maßnahmen gefragt. Die Bekämpfung erfolgt auf unterschiedliche Weise. „Aber noch haben wir keine gefunden“, sagt Willert.