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Lisa Rabe wird Dritte beim "German Chocolate Master" Mit Schoko-Kunst aufs Siegertreppchen

Von Sophie Pawelke | 17.11.2010, 08:54 Uhr

Schokolade ist ihr Element: Jeden Tag hat Lisa Rabe aus Rostock mit der beliebten Süßigkeit zu tun. Seit dem Wochenende gehört sie nun auch zu den drei besten Chocolatiers Deutschlands.

Die 25-Jährige Leiterin der Patisserie der Schokoladerie de Prie überzeugte die elfköpfige Jury des Wettbewerbs "German Chocolate Master" in Köln mit ihrem Können. Zwei Tage lang mussten sie und ihre Mitstreiter das Beste aus mehreren Kilogramm Schokolade zaubern. Mit ihrer fast 17 Kilogramm schweren Schaufigur zum Thema "Quetzalcoatl und das göttliche Geschenk Kakao" belegte sie den dritten Platz von acht Teilnehmern. Erste wurde Jana Ristau aus Köln. Sie hat sich für die Weltmeisterschaft 2011 qualifiziert.

Auf die Temperatur kommt es an

"Ich habe schon immer von einer Teilnahme geträumt", sagt Rabe. Mit Bildern ihrer bisherigen Schokoladenfiguren bewarb sie sich neben 35 anderen bei der Veranstaltung. Schon über die Qualifizierung freute sich die 25-Jährige. Unter den prüfenden Augen der Jury und strengen Zeitvorgaben musste Rabe am ersten Tag eine meterhohe Schaufigur erstellen. Am zweiten Tag standen 50 Formpralinen, 50 Tauchpralinen, sechs gastronomische Schokoladendesserts, zwei Schokoladentorten und als Zusatzaufgabe sechs schokoladige Heißgetränke mit entsprechendem Gebäck auf dem Plan. Nur einmal ging bei Rabe etwas schief. "Die roten Blätter der Schaufigur sind mir einmal zerbrochen", sagt sie. Ohne sich aus der Ruhe bringen zu lassen, stellte sie die Stücke noch einmal her. Sie kreierte einen Drachen, verziert mit Blüten. "Das Wichtigste ist die Temperatur der Schokolade", sagt sie. Sie darf weder zu hoch noch zu niedrig sein.Nicht nur das Aussehen und die Zeit gingen in die Bewertung mit ein, sondern auch der Geschmack. "Ich habe alles sehr herb gehalten", sagt Rabe. Schließlich sei das Thema der Ursprung der Schokolade gewesen. Ihre Kreativität zahlte sich aus. "Wir sind sehr stolz auf unsere Konditormeisterin", sagt Schokoladerie-Chef Ulrich Deprie. Er ist zusammen mit Rabes Familie nach Köln gereist, um die junge Frau bei ihrem ersten Wettbewerb zu unterstützen.

Ihre Ausbildung zur Konditorin machte die gebürtige Schwerinerin bei einem Bäcker in Krakow am See. Im zweiten Lehrjahr besuchte sie die Schokoladerie am Stadthafen. "Ich wusste sofort, dass ich einmal hier arbeiten möchte", sagt Rabe. Heute ist sie die Leiterin der Patisserie. Auch nach langer Zeit in der Schokoladerie hat Rabe immer noch nicht genug von der Süßigkeit, die ja bekanntlich glücklich macht. Auch privat hat sie immer einen Vorrat bei sich. "Meine Lieblingssorte ist eine Trüffelpraline", sagt sie. Davon liegen auch einige in ihrer Schublade zu Hause. "Ich bin sehr verwöhnt, was die Qualität der Schokolade angeht." Den Unterschied zu Discount-Schokolade schmecke sie immer heraus.

Klassische Sorten sind beliebt

Derzeit ist das Angebot der Schokoladerie schon voll auf das Weihnachtsgeschäft eingestellt. " Klassiker wie Vollmilch- und Zartbitterschokolade sind immer der Renner", sagt Rabe. Aber auch Trendsorten wie Ingwer- oder Chili-Schokolade hätten sich bei den Kunden bewährt. Ob sie auch beim nächsten "German Chocolate Master" mitmacht, weiß die junge Konditormeisterin noch nicht. "Die Ansprüche wachsen mit der Zeit. Vielleicht sammle ich in den nächsten Jahren noch etwas Erfahrungen", sagt sie. Bis dahin wird sie weitere Meisterwerke aus Schokolade herstellen und die ein oder andere Praline naschen. Denn eines weiß die Konditormeisterin: "Schokolade ist gesund. Das wurde wissenschaftlich bewiesen."