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Schmarl Mit Vollgas in das Berufsleben

Von Sophie Pawelke | 21.09.2011, 05:31 Uhr

Justine Fischer geht auf eine Musikgymnasium und spielt leidenschaftlich Geige.

Die Zehntklässlerin steht kurz vor dem Abiturjahrgang - doch ihre berufliche Zukunft sieht sie nicht in der Musikwelt. Viel lieber möchte die 16-Jährige etwas im Bereich der Umwelttechnik machen. Gestern ist sie zusammen mit ihrer Mutter Ilka Fischer zu der 14. Jobfactory in die Schmarler Messehalle gekommen. "Ich will vor allem erfahren, was ich tun kann, um meine Chancen auf einen Studienplatz zu erhöhen", sagt Justine und stürzt sich in die Massen. Um die 160 Unternehmen und Bildungsträger haben gestern über ihre Angebote informiert. Aus dem ganzen Land sind Klassen und zukünftige Schulabgänger gekommen.

Praktikum beim Klärwerk weckt Interesse an Umwelttechnik

Justines erstes Ziel ist der Informationsstand der Hochschule Wismar. Hier berät Lisa Dobbertin sie über die verschiedenen Studiengänge. Sie rät der Schülerin, Fächer wie Chemie, Biologie und Physik besonders in ihren Abiturplan mit einzuarbeiten. "Das bringt Vorkenntnisse für ein Studium im Bereich der Umwelttechnik, beeinflusst aber nicht die Chance auf einen Studienplatz", erklärt die studentische Hilfskraft. An ihrem Stand hat sich mittlerweile eine lange Schlange gebildet, denn viele der Jugendlichen wollen Tipps und Tricks für die Bewerbungen bekommen.

Das Interesse für die Umwelttechnik bekam Justine nach einem Praktikum in einem Klärwerk mit Biogasanlage. "Das hat mir sehr viel Spaß gemacht und war superinteressant", schwärmt die 16-Jährige. Auch über ein Maschinenstudium in Rostock informiert sie sich und über die Möglichkeit, sich nach dem B.A.-Abschluss weiter im Bereich der Umwelttechnik zu spezialisieren. Und noch ein Stand steht ganz oben auf der Liste der Schülerin: Justine möchte sich unbedingt über die Möglichkeiten bei der Bundeswehr informieren. "Mein Cousin ist Fallschirmjäger und das hat mich auf die Idee gebracht." Wenn sie in zwei Jahren ihr Abitur in der Tasche hat, kann sie sogar eine Offizierslaufbahn einschlagen. "Trotz der vielen Vorteile muss sich jeder bewusst sein, dass man bei der Bundeswehr nicht nur Student, sondern gleichzeitig auch Soldat ist", sagt Wehrdienstberater Peter Cronsfoth. Und auch wenn es kein Studium in der Fachrichtung Umwelttechnik bei der Bundeswehr gibt, möchte Justine sich den Weg offen halten. Auch eine Ausbildung kommt für sie infrage. "Ideal wäre natürlich ein duales Studium", sagt Ilka Fischer. Jetzt steht für Justine erst einmal ein weiteres Praktikum an. Dann in einer Firma, die sich mit der Erkennung von Gefahrenstoffen beschäftigt.

"Jetzt haben wir viele Informationen, die wir zu Hause erst einmal sortieren müssen", sagt Mutter Ilka Fischer etwas erschöpft. Dennoch sei sie froh, dank der persönlichen Gespräche jetzt etwas klarer zu sehen. Mit einer Hand voll Informationsmaterial geht es für Mutter und Tochter zurück nach Grevesmühlen. In zwei Jahren muss sich Justine dann entscheiden.