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Ein Artikel der Redaktion NNN

Rostock „Möwe“ soll wieder stehen

Von NICP | 23.02.2018, 12:00 Uhr

Ortsbeirat und drei Fraktionen fordern Kostenschätzung für Sanierung. Stadt will Kaikante herrichten

Mehrere Fraktionen unterstützen den Einsatz des Ortsbeirates Kröpeliner-Tor-Vorstadt (KTV) für den Wiederaufbau des ehemaligen Ausrüstungskrans „Möwe“, der dem Wohnungsunternehmen Wiro gehört und seit 2015 demontiert eingelagert ist – aufgrund der maroden Kaikante, die ihn nicht tragen könne.

„Wir haben etwas bewegt“, konstatierte der stellvertretende Ortsbeiratsvorsitzende Matthias Siems (SPD) auf der Sitzung am Mittwoch. Der Beirat schloss sich formal dem Änderungsantrag von Linken, SPD und Grünen zu ihrem Ursprungsvorschlag an. Der beauftragt den Oberbürgermeister, mit der Wiro-Geschäftsführung bis September 2018 eine Kostenanalyse zur Sanierung des Krans vorzulegen sowie des Ausrüstungskais. Bis Dezember soll der OB vorschlagen, wo und wann der Kran wieder aufgestellt wird.

Der Beirat hatte ursprünglich gefordert, dass der Kran „unverzüglich“ wiederaufgebaut wird. Der Nachdruck, so wurde auch auf der Sitzung klar, rührt aus dem Abriss der Heinkel-Wand im Werftdreieck, in dem die Wiro ein neues Quartier errichtet. „Ich halte nichts davon, Denkmäler zu zerstören und woanders Schöner Wohnen zu machen“, so Beiratsvorsitzende Anette Niemeyer (Aufbruch 09). Bei der Heinkel-Wand hatte das Energieministerium, das letztlich dem Abriss zustimmte, argumentiert, dass die Wand für die Wiro keinerlei Nutzbarkeit hätte, die Sanierung so finanziell unverhältnismäßig sei. Eine Gefahr, „eine Blaupause“, die Niemeyer auch für „Möwe“ drohen sieht. Ihr Vorschlag: „Warum übernimmt die Hansestadt den Kran nicht von der Wiro? Die öffentliche Hand kann nicht mit Unwirtschaftlichkeit die Vernichtung eines Denkmals begründen“ – anders als ein Unternehmen. „Das zeigt wieder einmal, wie die Wiro da vorgeht, ich finde es skandalös, wie sie sich aufführt, jegliche öffentlichen Interessen wegschiebt“, echauffierte sich Beiratsmitglied Alexander Ludwig (Grüne). In einer Stellungnahme hatte die Stadt erklärt, dass die Wiro das Grundstück veräußern möchte, „auf dem gegenwärtig die Kranteile gelagert sind. Dort soll ein Gewerbebau entstehen“. Dabei sei die Idee gekommen, nur Teile des Kranes zu inszenieren. Dem habe das Landesdenkmalamt in einem Schreiben vom 21. November aber widersprochen und die Verpflichtung zum Wiederaufbau erneuert. Und Wiro-Sprecher Carsten Klehn versichert: „Der Kran wird wieder aufgebaut.“ Der soll im Eigentum der Wiro bleiben. Die Stadt aber will die 310 mal 10 Meter Kaikante erwerben, sanieren und touristisch nutzen. Dahinter liegt der, laut Stadt, potenzielle Gewerbekomplex. Die Verwaltung prüft, ob der Aufbau von „Möwe“ auch mit zum Beispiel Buga2025-Mitteln passieren kann.