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Prozess in Rostock Mord aus Eifersucht? Angeklagter leugnet

Von Redaktion svz.de | 27.06.2017, 08:00 Uhr

Ein 30-Jähriger soll vesucht haben, den neuen Lebensgefährten seiner Exfreundin zu töten.

Versuchten Mord und gefährliche Körperverletzung wirft die Staatsanwaltschaft Rostock dem 30-jährigen Andre S. vor. Er soll am 31. Oktober 2016 gegen 17.20 Uhr auf der L18 bei Goritz in der Nähe von Laage versucht haben, den neuen Lebensgefährten seiner Exfreundin, Jan Th.(28), einen jungen Soldaten, aus Eifersucht mit einem Messer heimtückisch zu töten.

Andre S. hat in dem seit dem 27. April laufenden Prozess jegliche Schuld bestritten. In einer umfangreichen Erklärung am zweiten Verhandlungstag gab er an, in der Zeit, als der Überfall auf den Soldaten stattgefunden haben soll, mit seinen neun- und elfjährigen Söhnen unterwegs gewesen zu sein.

Um diese Version zu beweisen, stellte die Verteidigung am 14. Juni vier neue Beweisanträge, die zum einen Zeugenaussagen zu Ungunsten des Angeklagten erschüttern, zum anderen seine Version bestätigen sollen. So wurde die Mutter seiner Kinder ein zweites Mal befragt. Sie blieb dabei, dass der Angeklagte und ihre Kinder sie zum Bahnhof gebracht hätten. Auch die Halbschwester des Angeklagten wurde auf Wunsch der Verteidigung gehört. Sie gab an, dass die Beziehung ihres Bruders mit seiner Exfreundin ein ewiges Auf und Ab war. Es hätte oft Streit gegeben. Ob sie bei einer Familienfeier Ende Oktober 2016 noch ein Paar waren, wollte sie nicht mit Bestimmtheit sagen. Ansonsten beschrieb sie ihren Bruder als ruhigen, zurückhaltenden und stets hilfsbereiten Menschen, der sehr fürsorglich zu seinen Söhnen ist, für die er das Sorgerecht hat.

Am Donnerstag soll nun der elfjährige Sohn unter Ausschluss der Öffentlichkeit befragt werden. In der Zeit ist die Öffentlichkeit von der Verhandlung ausgeschlossen. Am 3. Juli werden die Plädoyers erwartet. Das Urteil soll am 10. Juli verkündet werden.