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Rostocks Tritahlet Andres Raelert will Ironman auf Hawaii gewinnen "Mr. Unschlagbar" will die Krone

Von Bernd-Dieter Herold | 07.10.2011, 07:54 Uhr

"The race is on" wird es am Sonnabend am 18.30 Uhr MESZ in der Bucht von Kailua-Kona heißen - Startschuss für 51 Profi-Triathleten im Kampf über 3,86 km Schwimmen, 180 km Radfahren und dem anschließenden Marathon.

"The race is on" wird es am Sonnabend am 18.30 Uhr MESZ in der Bucht von Kailua-Kona heißen - Startschuss für die 51 Profi-Triathleten im Kampf über 3,86 km Schwimmen, 180 km auf dem Rad und dem anschließenden Marathon über 42 195 Meter um die größte Krone, den WM-Titel im Ironman auf Hawaii.

Noch in Erinnerung ist das Thriller-Finale des vergangenen Jahres zwischen dem späteren Sieger Chris Mc Cormack und Rostocks Andreas Raelert. "Mr. Unschlagbar", in diesem Jahr eilte der 35-Jährige Hansestädter von Sieg zu Sieg und stellte im Juli in Roth eine neue Weltbestzeit aus, geht mit der Start-Nr. 10 in das Rennen. Für viele ist der akribisch arbeitende Hansestädter der große Favorit.

Er selbst aber sagt: "Für den Platz ganz oben kommen viele in Frage." Das meint auch sein vier Jahre jüngerer Bruder Michael: "Erfolg hängt von vielen Dingen ab. Du weißt nie, was unterwegs passiert. Schon durch einen Platten wurden Rennausgänge beeinflusst. Auch die unterschiedlichen Windverhältnisse lassen den Part auf den 180 Radkilometer zu einem Spiel mit dem Feuer werden."

"Klein"-Raelert, der aufgrund seiner Wirbelsäulenprobleme einen Doppelstart als Raelert-Brothers auf 2012 verschieben musste, gibt preis: "Ein Tag kommt der berühmt-berüchtigte Mumuki-Wind von vorn, dann von hinten oder von der Seite, sogar die Kombination habe ich hier als Unterstützer von Andi schon erlebt. Das geht dann mit unterschiedlichen taktischen Überlegungen einher." Der 31-Jährige ist aber guter Dinge: "Mein Bruder hat gut trainiert, in den beiden letzten Jahren viel dazugelernt. Der guten Dinge könnten es von mir aus drei werden."

Wird es den fünften deutschen Sieg nach Thomas Hellriegel (1997), Normann Stadler (2004/2006) und Faris Al-Sultan (2005) geben? Neben Raelert gelten der Ebersbacher Timo Bracht, Münchens Al-Sultan und Freiburgs Andreas Böcherer als nicht chancenlos. Gefahr droht ihnen durch den Gewinner der Jahre 2008 und 2009, dem Australier Craig Alexander, und auch dem US-Boy Chris Lieto, 2009 vor Andreas auf Position zwei einlaufend und in diesem Jahr vor Selbstbewusstsein nur so strotzend.

"Die Karten werden am Sonnabend so richtig gemischt. Ich bin darauf eingestellt, ein As aus dem Ärmel ziehen zu müssen", sagt der Rostocker. Dabei hat er besonders die Radstärke der Konkurrenz im Kopf. Die wird auf den Favoriten Druck machen wollen. Aber der kann auch alles: Angriff, wie bei der Weltbestzeit in Roth, Verteidigung oder dosierte Abwartehaltung und Explosion im Marathon. Michael Wulf, sein FIKO-Vereins-Vize, sagt: "Andi ist ein gewiefter Taktiker. Ich wünsche ihm im dritten Anlauf nun nach Bronze und Silber die höchste Krone."