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Ein Artikel der Redaktion NNN

Kultur Museen bieten detaillierte Einblicke

Von CLLA | 08.05.2018, 05:00 Uhr

84 Einrichtungen des Landes öffnen am Sonntag für Besucher. Internetseite zeigt spannende Objekte in 360-Grad-Aufnahmen.

Von der Heimatstube bis zur großen Kunstsammlung beteiligen sich kommenden Sonntag insgesamt 84 Museen des Landes am 41. Internationalen Museumstag, der in diesem Jahr unter dem Motto „Netzwerk Museum: Neue Wege, neue Besucher“ steht. Sie wollen neugierig machen auf das, was es zu sehen gibt, aber auch informieren, welche Anstrengungen es erfordert, Museen zu betreiben. „Mit den Beteiligten bieten wir an diesem Tag ein flächendeckendes museales Angebot über das Standardprogramm hinaus“, sagt Carsten Neumann, Geschäftsführer des Museumsverbandes MV. Als Lockmittel für Besucher würde zum Museumstag außerdem auf Eintritt verzichtet oder der Preis gesenkt.


Kulturhistoriker pausieren erstmalsEine besonders spannende Geschichte hat auch Kathrin Möller im von ihr geleiteten Schiffbau- und Schifffahrtsmuseum vorbereitet. Dort dreht sich am Sonntag ein eigenes Programm um das Rostocker Schiff „Elsa“, dessen Wrack in der Nordsee entdeckt wurde. „Kapitän war Ernst Weitendorf, der das gleiche Amt auch auf der Greif, dem früheren DDR-Schulschiff Wilhelm Pieck innehatte“, so die Museumsleiterin. Mit Film, Vortrag und Buchvorstellung sollen die Besucher spannende Details über die Tauchgänge zum Schiffswrack und dessen spektakulärer Geschichte erfahren. Auch Familienmitglieder des Kapitäns hätten ihr Kommen zugesichert. Erstmalig pausieren wird das Kulturhistorische Museum im Rostocker Klosterhof, weil dort aktuell alle Anstrengungen in den Aufbau der großen Ausstellung zum Rostocker Stadtgeburtstag gesteckt würden. Aktiv dabei sind aber das Warnemünder Heimatmuseum sowie Legenden-Forscher Helmut Schmied, der sich jedes Jahr zum Museumstag einen anderen Veranstaltungsort sucht und diesmal im Hotel Strand 26 vom Nienhäger Gespensterwald berichten wird.

„Wir sind ein bisschen traurig, dass die Kunsthalle an diesem Tag nie mit dabei ist, aber die halten sich da immer ein bisschen separat“, sagt Kathrin Möller, die aus den vergangenen Jahren weiß, dass der Museumstag immer gut angenommen wird und „die Besucherzahlen im Vergleich zu normalen Zeiten deutlich erhöht sind und in die Tausende gehen“.

Allen, die am Sonntag keine Zeit haben, bietet seit dem Jahr 2014 die Internetseite des Virtuellen Landesmuseums Mecklenburg Detailblicke auf besondere Exponate – „bisher aber nur aus dem Mecklenburger Landesteil“, sagt Marion Schael vom Kunstmuseum Ahrenshoop. Am Sonntag wird bei einem Festakt um 11 Uhr in Prerow nun auch der Vorpommernteil freigeschaltet. Mit den neuen rund 100 Exponaten aus 16 Häusern des östlichen Landesteils wachse die Zahl der Ausstellungsstücke auf mehr als 400. Der Clou: Die Objekte sind so fotografiert, dass eine 360-Grad-Ansicht möglich ist. „Ich sehe dieses Angebot nicht so, dass es uns die Besucher fernhält. Im Gegenteil – es soll anfüttern und neugierig machen“, sagt Kathrin Möller. Außerdem seien auf der Internetseite weniger als fünf Prozent der landeseigenen Ausstellungsschätze zu sehen, die oft in Depots lagern.

Vielleicht macht das virtuelle Museum auch Lust darauf, sich in einem echten zu engagieren. Besonders für die ehrenamtlich geführten Museen zeichnet Verbandsvorsitzende Kathrin Möller nämlich ein düsteres Zukunftsbild, weil die rührigen Aktiven ein Alter erreicht hätten, dass einen Generationswechsel nötig mache, der Nachwuchs aber fehlt.