Ein Angebot des medienhaus nord
Ein Artikel der Redaktion NNN

Diskussion Museumsbau: Rostock will Klarheit

Von Redaktion svz.de | 06.06.2017, 05:00 Uhr

Bürgerschaft vertagt Pläne für Rosengarten erneut und fordert verlässliche Aussagen zum Standort des Archäologischen Landesmuseums #wirkoennenrichtig

Der Streit um die mögliche Bebauung der Brachfläche am Rosengarten brodelt weiter: Nachdem die Bürgerschaft in ihrer Mai-Sitzung eine Entscheidung über den Verkauf der Flächen an die Rostocker Wohnungsgesellschaften Schifffahrt Hafen und BG Neptun vertagt hatte, votierte der Ausschuss für Stadtentwicklung letzte Woche dafür, den Antrag erneut aufzuschieben.

Das Problem: Vier von fünf Flächen sind für 150 Wohnungen vorgesehen, die restlichen 2000 Quadratmeter für die Erweiterung des Achäologischen Landesmuseums zum Standort in der August-Bebel-Straße 1. Doch den hatte erst kürzlich Oberbürgermeister Roland Methling (parteilos) infrage gestellt, verriet, dass er sich das Museum auch im Christinenhafen vorstellen könnte. Nun herrscht Unklarheit darüber, wo das Land eigentlich bauen will und soll: „Und solange nicht klar ist, was das Museum will, können wir nicht über die Bebauung entscheiden“, meint Bürgerschaftsmitglied Karina Jens (CDU).

Dies zu klären, liege in Methlings Händen, sagt Sigrid Hecht, Geschäftsführerin der für den Rosengarten verantwortlichen Rostocker Gesellschaft für Stadtentwicklung. „Ich habe ihm bereits vorgeschlagen, an das Land zu schreiben, um Klarheit zu bekommen“, so Hecht.

„Und was machen wir in der Zwischenzeit?“, fragt SPD-Mann Christian Reinke. „Wenn wir da keine Wohnungen wollen, können wir das auch jetzt sofort entscheiden“, unterstrich er. Fakt ist, dass die Stadt seit mehr als zehn Jahren versucht, das Grundstück sinnvoll zu verkaufen – Land und Uni hatten abgelehnt, eine Schule oder Kita wurden wegen des starken Verkehrs von den Ämtern ausgeschlossen. Bliebe der dringend benötigte Wohnungsbau. Fraglich ist zudem, wie lange die Wohnungsgesellschaften das Tauziehen um das Filetstück in zentraler Lage mitmachen.

Angestoßen hatte die Entscheidung zunächst der Ortsbeirat Stadtmitte mit einem Dringlichkeitsantrag zur Bebauung des Rosengartens sowie der Forderung nach geeigneten Rahmenbedingungen für das Landesmuseum – eben in Citylage oder am Stadthafen. „Die Planungen für das Archäologische Museum sind einfach noch ganz am Anfang. Noch nicht mal der Standort ist klar“, sagt der Beiratsvorsitzende Werner Simowitsch (Linke). Er meint, man solle vielleicht sogar die gesamte Fläche am Rosengarten in ein öffentliches Freizeit-Erlebniszentrum mit Museum umwandeln. Eröffnen soll das Archäologische Landesmuseum frühestens in zehn Jahren.