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FC Hansa "Wir sind wieder eine Heimmacht"

Von Peter Richter | 11.11.2018, 14:11 Uhr

Nach dem 4:1 (3:1) über Kaiserslautern befindet sich der FC Hansa in der 3. Fußball-Liga weiter auf dem Weg nach oben.

Die Rostocker blieben zum sechsten Mal ungeschlagen (vier Siege, zwei Unentschieden), sind jetzt gemeinsam mit Tabellenführer VfL Osnabrück die heimstärkste Mannschaft (16 Punkte aus acht Partien) und obendrein das fairste Team der Liga!

„Es ist ein super Gefühl, hat einfach Spaß gemacht! Dass wir das gegen solch einen starken Gegner so herspielen, spricht enorm für uns. Wir konnten eine enorme Qualität auf den Platz bringen“, strahlte Mittelfeldakteur Marcel Hilßner. „Wir sind wieder eine Heimmacht geworden. Wer soll uns hier stoppen, wenn wir so spielen? Das wird für jeden schwer, der herkommt!“

Personell gab es beim FCH nur eine Veränderung im Vergleich zum 1:1 zuvor in Jena: Jonas Hildebrandt nahm zunächst auf der Bank Platz, dafür stürmte Cebio Soukou.

Schnell (6./Kopfball von Gottwalt nach Ecke) lagen die Weiß-Blauen im Rückstand. Sie steckten den Dämpfer weg, taten sich aber schwer, in die Partie hineinzufinden. Auf den „Auslöser“ drückte schließlich Merveille Biankadi, der sich über die rechte Seite mit vollem Körpereinsatz einbrachte. Schad, der ihn versuchte aufzuhalten, ging dabei zu Boden, doch Schiedsrichter Lossius hatte eine sehr gute Sicht auf die Szene und pfiff zu Recht kein Foul. Biankadi drang bis zur Torauslinie vor und servierte für Königs, der problemlos einschob: 1:1 (22.). Ein angefressener Gäste-Trainer Michael Frontzeck: „Von 100 solcher Szenen wird bei 99 gepfiffen und bei einer nicht. Wir sind benachteiligt worden.“

Die Gastgeber waren jetzt drin im Spiel und machten Betrieb. Im Anschluss an eine Ecke rollte die Kugel dem vor dem Strafraum lauernden Kai Bülow vor die Füße, sofort zog er ab und traf aus gut 20 Metern (auch, weil der im Weg hockende Hüsing geschickt den Ball durchließ), flach ins linke Eck – 2:1 (35.)! Und das von einem, der schon beim bis dahin letzten Sieg gegen die Pfälzer am 1. Mai 2009 dabei war (damals 5:1 in der 2. Bundesliga).

Überhaupt waren die Rostocker gegen die Roten Teufel zu Hause oft sehr erfolgreich: Rechnet man die Niederlagen im DFB-Pokal 2012 und 2015 nicht mit, brachten sie es in 14 Heimspielen auf neun Siege (nur drei Niederlagen) und 33:15 Tore!

Und es ging rasant weiter: Nicht viel mehr als eine Minute später super Konter über Hilßner nach links auf Biankadi, der rennt allein aufs Tor zu und schließt ganz stark ab zum 3:1 (36.).

Lautern hatte mehrfach die Chance zum 2:3 (u. a. hält Gelios glänzend einen Gewaltschuss von Zuck/72.). Nachdem Williams nach schöner Vorarbeit von Hilßner statt ins Tor nur den Lauterer Gottwalt traf (77.), machte er es als Vorlagengeber besser: von rechts auf Soukou, 4:1 (82.), und das Gros der 16 100 im Stadion feierte ab.

„Das Ergebnis ist zu hoch, Kaiserslautern war auf keinen Fall viel schlechter als wir“, meinte Hansa-Coach Pavel Dotchev. „Wenn man aber die 90 Minuten betrachtet und gegen eine Spitzenmannschaft nach Rückstand vier Tore macht, muss man sagen, dass das verdient ist.“