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Leichenfund in Rostock Nach tödlicher Gewalttat in Groß Klein: Verdächtiger schweigt

Von Winfried Wagner/dpa | 11.05.2020, 09:02 Uhr

Der festgenommene 36-Jährige hat bisher weder bei der Polizei noch beim Haftrichter Angaben gemacht. Rechtsmediziner sollen die Todesursache klären.

Nach dem Fund eines gewaltsam getöteten Mannes in einer Wohnung in Rostock sollen Rechtsmediziner die Todesursache klären. Wie der Sprecher der Staatsanwaltschaft Rostock Harald Nowack am Montag sagte, wurde eine Obduktion angeordnet. Von dem Ergebnis erhoffen sich die Ermittler auch Rückschlüsse darauf, wie die gewaltsame Auseinandersetzung in der Nacht zu Samstag in einer Wohnung in einem Hochhaus im Stadtteil Groß Klein abgelaufen ist. Die Leiche des 40 Jahre alten Opfers war am Samstag entdeckt worden.

In dem Zusammenhang wurde der 36-jährige Wohnungsinhaber unter dem Verdacht des Totschlags in der Nähe des Hochhauses festgenommen und verhaftet. Zuvor hatte es laut Nowack in der Wohnung zwischen den Männern anscheinend einen Streit und eine gewalttätige Auseinandersetzung gegeben, doch die genauen Tatumstände - also wer wen zuerst angegriffen hat und warum - sind noch unklar. „Der Verdächtige hat bisher weder bei der Polizei noch beim Haftrichter Angaben dazu gemacht“, sagte der Sprecher der Behörde. Der 36-Jährige sei aber polizeilich bekannt.

Gemeinsames Trinken in Wohnung

Nach bisherigen Ermittlungen kannten sich die beiden Rostocker schon länger und hatten sich am Freitagabend zum gemeinsamen Trinken in der Wohnung des 36-Jährigen getroffen. Der Getötete lebte in einem anderen Stadtteil. Nachts hatte der Tatverdächtige dann seinen Bruder angerufen und ihm erklärt, es gehe ihm schlecht. Dieser war zu der Wohnung gefahren, hatte die Leiche gefunden und die Polizei alarmiert.

Mehrere Messer am Tatort gefunden

Das Opfer hatte Stich- und Kopfverletzungen. Die Rechtsmediziner sollen unter anderem klären, welche Verletzungen zum Tode geführt haben. Der Tatverdächtige hatte Schnittverletzungen an Händen und Armen. In der Wohnung wurden mehrere Messer gefunden, die als Tatwerkzeuge in Frage kämen, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft. Die Analyse dauere noch an. Der Tatverdächtige soll allein in der Wohnung gewohnt haben. Er kam erst in eine Klinik und nach der medizinischen Versorgung in ein Gefängnis. Über weitere Zeugen ist nach Angaben von Nowack bisher nichts bekannt.