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Gartenkunde Natur schenkt leckere Gratis-Überraschungen

Von Heide Niemann-Rabe | 18.07.2018, 12:00 Uhr

Bio-Fachfrau Annelore Sedat stellt Köstlichkeiten des Sommers vor und erklärt Nutzung für Muffins bis Waschmittel.

Petra Ehrentraut vom Projekt Umweltbildung im Hallenhaus auf dem IGA-Gelände hatte am vergangenen Freitag bereits zum dritten Mal in diesem Jahr Bio-Fachfrau Annelore Sedat als Referentin eingeladen. Die Veranstaltung stand diesmal unter dem Motto „Schmackhafte Sommerüberraschungen“. Selbst bereitete Dips, Brot, Butter, Muffins, Limonade … mit vielen aromatischen Kräutern angereichert, könnten bei sommerlichen Grillfesten eine wohlschmeckende Überraschung sein, hieß es im Programm des IGA-Parks. Dazu wurden interessante Rezepte und Kostproben angekündigt.

Schon vor Beginn der Veranstaltung, als ein Tisch mit köstlich duftenden frisch geernteten Kräutern und Blüten belegt wurde, war erkennbar: Hier ist eine Bio-Gärtnerin aus Leidenschaft und Berufung am Werk, die sich auskennt mit essbaren Blüten, gesunden und schmackhaften Wild- und Gartenkräutern, die Auskunft geben kann über alte Obst- und Gemüsesorten, deren Anbau und Pflege und überdies ein wandelndes Rezeptbuch ist, wenn es um eine sinnvolle und leckere Verwendung der Gartenschätze geht.

Wer und was reift jetzt und kann geerntet werden? Ein unterhaltsames Quiz zu alten Obstsorten beginnt, bei dem auch genascht werden darf: Ein Schälchen mit Johannis- und Jochelbeeren macht die Runde, während die Kupfer-Felsenbirne – auch Korinthenbaum genannt – vorgestellt wird. Amseln lieben sie besonders, aber sie kennen nicht das leckere Gelee, das daraus gemacht werden kann. Von der Kornelkirsche, den Sommerscheiben, über Eberesche, Hagebutten, Brombeeren und Pflaumen geht die Zeitreise durch alte Obstsorten und Beerenfrüchte und aus dem Referat wird bald ein kurzweiliger und interessanter Erfahrungsaustausch zwischen den zehn wissbegierigen Gästen und der Fachfrau.

Nun folgen die essbaren Blüten sowie Garten- und Wildkräuter mit Rezeptideen. Nachtkerzensamen in Brötchen? Spitzwegerichknospen haben ein Champignonaroma? Lavendelmuffins sollen schmecken? Und das rosa blühende Seifenkraut wirkt wirklich als Waschmittel? Wir erfahren, dass zum Beispiel Restauratoren damit noch heute alte Stoffe reinigen. Und Hobby-Seifenhersteller nutzen es ebenfalls gerne – auch zum Waschen der Haare soll es gut zu gebrauchen sein. Kleine Zweige mit aromatisch duftenden Kräutern machen die Runde: Zitronen- und Orangenverbene, Basilikum, Gewürztagetes, Colakraut … und nebenbei wird gekostet: Kürbis- und Zucchiniblüten, Malven und Kapuzinerkresse … Wer es mag, sollte es ausprobieren: geröstete Brennnesselsamen über das Müsli streuen, die Brutzwiebeln der Knoblauchpflanze naschen oder wie Kapern einlegen. Auch die Kerne des wilden Lauchs schmecken lecker.

Aber – und das sollte jeder wissen: Nicht alles, was die Natur anbietet, sollte gegessen werden. Pflanzen können auch eine tödliche Wirkung haben. Deshalb sollte ein Bestimmungsbuch in keinem Haushalt fehlen. Übrigens, die nächste Veranstaltung mit Annelore Sedat im Hallenhaus findet am 14. September zum Thema „Herbst mit Kräutern und Wildobst“ statt. Beginn: 16 Uhr.