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werften Neptun-Belegschaft ist in Sorge

Von Redaktion svz.de | 30.06.2015, 08:00 Uhr

Ankündigung der Firmensitz-Verlagerung von Rostock nach Luxemburg sorgt für Unruhe

Die Arbeitnehmervertreter der Meyer-Werft haben besorgt auf die Ankündigung der Schiffbauer reagiert, den Firmensitz von Rostock nach Luxemburg zu verlagern. Der Betriebsrat habe einen Fragenkatalog an die Geschäftsführung übergeben, sagte Betriebsratsvorsitzender Ibrahim Ergin am Montag. Unter anderem wollen die Arbeitnehmer wissen, ob sie auch künftig über die wirtschaftliche Entwicklung des Unternehmens informiert werden oder ob Betriebsteile ausgelagert werden sollen.

Ergin zeigte sich verärgert darüber, dass das Unternehmen Belegschaft und Politik vor vollendete Tatsachen gestellt habe. In der Vergangenheit habe Meyer immer auf eine frühzeitige Unterrichtung des Betriebsrats Wert gelegt, sagte Ergin. „Dass wir das so kurzfristig erfahren haben, ist kein vernünftiger Umgang miteinander.“ Am Wochenende war bekannt geworden, dass Meyer seinen Firmensitz von Rostock nach Luxemburg verlagern und dort den zentralen Einkauf für die Standorte in Papenburg, Rostock und dem finnischen Turku bündeln will. Das Unternehmen will nach eigenen Angaben so die Einrichtung eines Aufsichtsrats umgehen. Der Schiffbauer mit Werften in Papenburg, Rostock und Finnland wolle so ein „familienbestimmtes Unternehmen“ bleiben, sagte ein Werftsprecher. In Deutschland und Finnland beschäftigt Meyer rund 5100 Menschen.

Niedersachsens Wirtschaftsminister Olaf Lies (SPD) will morgen Geschäftsleitung, Betriebsrat und die IG Metall in Emden zu einem Gespräch zusammenbringen. Aus dem Wirtschaftsministerium von MV hieß es, man wolle im Gespräch mit dem Unternehmen klären, ob der Schritt Auswirkungen für den Standort Rostock habe. Die Neptun-Werft sei seit Jahren ein verlässlicher Arbeitgeber in Rostock und für die gesamte Region.