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Waldkita Neue Gruppe in Kösterbeck

Von kindlera | 27.07.2018, 12:00 Uhr

Verein Auf der Tenne plant Projekt-Start im September.

Die Zahl der Waldkindergärten in MV ist bisher recht überschaubar, mit dem Nawaki Wald- und Naturkindergarten in Bad Doberan hat im Mai 2016 der erste im Landkreis Rostock eröffnet. Im September kommt ein weiterer in Kösterbeck hinzu. Der Trägerverein Auf der Tenne will hier für seine Roggentiner Einrichtung eine Waldkindergarten-Gruppe ins Leben rufen. „Sie soll im September starten“, sagt Jana Kowitz, Geschäftsführerin des Vereins Auf der Tenne. 15 Kinder zwischen drei und sechs Jahren werden dann jeden Tag, Sommer wie Winter und bei jedem Wetter, draußen spielen, lernen, essen und so den Wald naturnah erleben.

„Die Idee kam im Frühjahr 2017 auf. Die Leiterin der Kita, Sabine Kossow, und Erzieher Felix Leipold, er ist Fachpädagoge für Wald- und Naturpädagogik, haben uns eingeladen und das Konzept vorgestellt“, so Kowitz. Schon jetzt verbringe Leipold mit den Kindern viel Zeit draußen im Wald. „Dort wird auch Mittagsruhe gehalten. Das Konzept wird also schon umgesetzt.“ Hintergrund für die Überlegungen war der gestiegene Bedarf an Betreuungsplätzen in der Gemeinde. Aktuell werden in der Kita Alexander von Humboldt 74 Kinder betreut. „Die Anmeldeliste ist lang“, sagt Kowitz. Mit der Waldkita könnte eine Gruppe ausgelagert werden. „Das Interesse an dem Konzept ist sehr groß und bei den Eltern gefragt“, weiß die Geschäftsführerin des Trägervereins.

Ihren Anlaufpunkt soll die neue Gruppe in einem speziellen Waldkindergartenwagen haben, der ihnen auch bei extremen Witterungsbedingungen als Rückzugsort dient. „Wir haben schon Angebote eingeholt und einen Standort gefunden“, so die Geschäftsführerin zum aktuellen Stand. Auf einem etwa 400 Quadratmeter großen Areal an der Straße Am Wald soll der Wagen seinen Platz finden. „Dort haben wir fast direkten Zugang zum Wald.“ Etwa 15 000 Euro muss der Trägerverein für einen Wagen exklusive Ausstattung investieren. Dieser wird mit einem Ofen, WC, großem Aufenthaltsraum und Ruhebereich ausgerüstet.

Allerdings wird es noch etwas dauern, bis die Kinder ihn mit Leben füllen können. „Wir warten noch auf Fördermittel.“ Zudem müsse noch die Baugenehmigung abgewartet werden, da Strom gelegt werden muss, der Wagen einen Wasser- und Abwasseranschluss erhalten und im Außenbereich Sitzgruppen, eine Gartenfläche, Spielgeräte und ein WC entstehen sollen. Bis der Wagen steht, wird den Kindern in der Kita oder im Jugendclub in Roggentin eine Übergangsunterkunft geschaffen.

Um das Vorhaben umzusetzen, hat sich der Trägerverein im Vorfeld mit den Betreibern der Bad Doberaner Waldkita ausgetauscht. „Es gibt ja noch nicht viele Waldkindergärten und keine großen Erfahrungen. Sie haben uns Hinweise zur Hygiene, passender Kleidung für die Kinder, Gesundheitsbelangen wie Zeckenimpfungen und zur Grundausstattung des Wagens gegeben“, erklärt die Geschäftsführerin, die offen ist, das Konzept weiter auszubauen. „Man muss gucken, wie es funktioniert.“