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Warnemünde Neue Holzfassade in Eigenregie gebaut

Von Maria Pistor | 20.09.2012, 09:38 Uhr

Segler sind nicht nur gern auf dem Wasser und gesellig beim Feiern, sie packen auch gemeinschaftlich und selbstverständlich mit an, wenn Arbeit anliegt.

So ist es auch jetzt auf dem Gelände des Warnemünder Segelclubs (WSC). Etwa 25 Mitglieder sind seit fast drei Wochen dabei, dem Vereinsgebäude Uns Logis zu einer zeitgemäßen Fassade zu verhelfen. Außerdem gibt es gleichzeitig eine neue Wärmedämmung und es werden undichte Stellen ausgebessert.

Die meisten Helfer sind bereits Rentner, lediglich Thomas Lehmann, als fachlicher Chef des Vorhabens, ist noch berufstätig. Daher wird dann gearbeitet, wenn es seine Zeit zulässt. Den Abriss der alten, von der Zeit angefressenen Metallplatten an der Gebäudehaut haben überwiegend Peter Kaphingst und Gerd Steinmetz übernommen. Mit im Team der Helfer für das Anbringen des Lärchenholzes ist WSC-Urgestein Claus Thymian. Der 72-Jährige war lange Jahre Taklermeister, hat 25 Jahre im Vorstand des WSC gearbeitet und ist jetzt Ehrenmitglied im Verein.

 
Lärchenholz ist zertifiziert und aus der Region

Thymian hat die Fakten zum Verein und Haus abrufbereit: "1974 ist das Uns Logis gebaut worden", sagt er. Wie viele Segler hat er ein sonnengegerbtes Gesicht hat. Im vergangenen Jahr haben die Mitglieder im Haus einen neuen Fußboden verlegt, dann wurden neue Toiletten gebaut, die Küche ist um einen Vorratsraum bereichert worden, damit man flexibel ist, wenn an dieser Adresse einmal gefeiert wird. 3500 Euro wurden vom Verein für das Holz ausgegeben. "Wir haben bewusst zertifiziertes Naturholz aus der Region gekauft", sagt Holzexperte Lehmann.

Weil die Baumaßnahme ehrenamtlich ausgeführt wird, spart der Verein knapp 10 000 Euro. "Wir haben immer Stück für Stück auf dem Gelände gebaut", sagt Thymian. Ein besonders wichtiges Werk war die Steganlage mit dem Kran, um die Boote ins Wasser zu lassen. Das Vorhaben mit dem Vereinsgebäude ist ein nächster wichtiger Schritt. Wenn das Holz dran ist, bekommt es noch einen Anstrich im Farbton Skandinavienrot. Wenn Holz und Zeit noch reichen, dann soll irgendwann die zweite Seite erneuert werden. "Aber es kann sein, dass wir das erst im nächsten Jahr schaffen", sagt Vereinsmitglied Gerd Steinmetz.

Fest steht aber, dass nach Abschluss der Arbeiten das Schild mit dem Knurrhahn als Zeichen des Vereins an die Stirnseite montiert wird, damit der Hinweis auf den Sitz des Warnemünder Segelclubs weit über den Alten Strom hin sichtbar ist.

Jetzt wird überlegt, ob das Etappenziel mit der schmucken Fassade mit einem kleinen Fest gefeiert wird. Noch waren sich Thymian und die anderen Helfer nicht sicher. "Aber man könnte es eigentlich machen", sagt Thymian.