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Laage Neues Leben für den alten Bahnhof

Von Regina Mai | 02.06.2015, 10:00 Uhr

Nachdem die Immobilie im März versteigert wurde, machen sich die neuen Eigentümer jetzt an die Sanierung

Erst Mitte April ist das Bahnhofsgebäude in Laage über ein Berliner Auktionshaus versteigert worden. Seit einem Monat gehört es drei Rostockern, die sich sofort an die Arbeit machten. Ihr Leitgedanke: raus aus der Großstadt. Der Zug hält vor der Tür, in 18 Minuten ist man in der Hansestadt.

Das Bahnhofgebäude, das 1886 eingeweiht worden war, ist zwar ziemlich heruntergekommen – kaum ein Fenster ist noch heil, die Wände sind beschmiert –, aber die Bausubstanz sei grundsolide, sagt einer der drei Männer zwischen Ende 30 und Mitte 40, die gern im Hintergrund bleiben möchten. Sie sind Maurer und Zimmerleute, kennen sich von der Baustelle und haben sofort damit begonnen, aufzuräumen und zu sichern. Es seien eher die Renovierungen zu DDR-Zeiten, die der Bausubstanz geschadet haben. Beispielsweise neige Holz unter Linoleum zum Schimmeln.

Die drei Männer, die für ihr Projekt die Erschließungs- und Entwicklungsgesellschaft GbR gegründet haben, wollen den Bahnhof wieder beleben. Denkbar ist, dass dort, wie auch schon in der Vergangenheit, auch Wohnraum entsteht. Im Vergleich zur Hansestadt sprechen die Bauherren von ruhigem Wohnen. An den Fluglärm könne man sich vielleicht gewöhnen. Im Anbau stellen sie sich eine Kreativ- und Kunstwerkstatt vor. Der Zimmermann unter ihnen möchte dort selbst tätig werden. Er zeigt auf ein paar historische Fenster am Gebäude. Die wolle er als Erstes dort aufarbeiten. Auch weitere Interessenten gebe es bereits. Der Bahnhof in einer Kleinstadt hatte in der Vergangenheit auch eine Gaststätte. Daraus ergibt sich eine weitere Option für die Zukunft, denn die Rostocker haben schnell festgestellt, dass Laage gastronomisch nicht viel bietet.

Einen Zeitplan haben die Bauherren nicht. Sie würden durchziehen, bis sie fertig sind und sicher viel Herzblut in das Objekt stecken. „Wenn es einem selbst gehört, ist man intensiver bei der Sache“, erklärt der Zimmermann, der die Schönheit des Gebäudes wieder herausarbeiten möchte.

Schon in den 1990er-Jahren wurde das Bahnhofsgebäude nicht mehr als solches genutzt. Die Deutsche Bahn hatte sich längst von der Immobilie getrennt. Jahrelang tat sich nichts an dem Objekt, bis es im März dieses Jahres schließlich zur Versteigerung kam. Für 500 Euro war der Laager Bahnhof aufgerufen worden. Bei 10 000 Euro fiel der Hammer.