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Ein Artikel der Redaktion NNN

Stadtmitte Notinseln bieten Kindern Schutz

Von Maria Pistor | 12.09.2011, 08:46 Uhr

Um Kindern und Jugendlichen in Notlagen einen Zufluchtsort zu schaffen, gibt es das Projekt Notinsel.

"Sie schafft Schutzräume für Kinder, die sich bedroht fühlen oder spontan Hilfe benötigen", sagt Kirsten Proske vom Rostocker Kinderschutzbund, dem Partner aus der Hansestadt. In Rostock ist Oberbürgermeister Methling Schirmherr dieser Aktion.

Damit Kinder und Jugendliche gleich erkennen, wo sie Hilfe bekommen, gibt es einen speziellen Aufkleber, auf dem "Notinsel - Wo wir sind, bist Du sicher" steht. "Es geht nicht um psychologische Hilfe, sondern die beteiligten Geschäfte, Unternehmen und Institutionen sollen eine Hilfskette in Gang setzen", erklärt Proske. In Rostock haben sich 45 Partner gefunden. Seit Kurzem prangt diese Aufschrift an der Tür der Volks- und Raiffeisenbank (VR-Bank) in der Buchbinderstraße. Dort sind gestern Kinder der Toitenwinkler Kita "Zwergenhaus" darüber informiert worden. "Wir sind dabei, weil uns Kinder am Herzen liegen", sagt Vorstandsmitglied Helga Biemann. Aus dem Grund will die VR-Bank zusätzlich zu diesem Projekt als Kunstobjekt einen Kummerkasten für Kinder und Jugendliche bauen lassen, sodass Rostocks Jüngste Sorgen, Kritik und Vorschläge äußern können. Das ist noch Zukunftsmusik und könnte mit der Umsetzung im Gegensatz zum Notinsel-Projekt noch dauern. An diesem hat sich bisher auch schon der Kaufhof beteiligt. "Da hat ein Kind seinen Schlüssel vergessen und konnte dort in der Kinderabteilung warten, bis jemand zu Hause ist", sagt Proske. In Bochum gab es schon einen Fall, wo sich ein Mädchen zu einem Bäcker flüchtete, weil ein Mann sie mit nach Hause nehmen wollte. Aber es geht auch um Bedrohung durch aggressive Jugendliche oder Tiere. Auch Sorgen über einen verlorenen Schlüssel oder Geldbeutel können Kinder in Bedrängnis bringen. Auch das sind Gründe, ein solches Geschäft zu betreten. Auch in Rostock werden noch Unternehmen und Institutionen gesucht, die sich beteiligen wollen. Mitmachen kann jeder, der über ein Geschäft mit Publikumsverkehr verfügt, das möglichst regelmäßig geöffnet ist. Es muss sich im Erdgeschoss befinden und für die Kinder gut erreichbar sein. Adressen in Hinterhöfen oder solche, bei denen erst geklingelt werden muss, kommen nicht infrage. "Die beteiligten Geschäfte unterschreiben eine Erklärung, dass sie Kindern und Jugendlichen in Notsituationen helfen", sagt Proske. Die Partner-Einrichtungen erhalten einen Notinsel-Aufkleber. Kosten entstehen Geschäften nicht. Sie erhalten eine Handlungsanweisung, damit sie wissen, wie sie sich verhalten sollen. Kontakt: Kinderschutzbund, Telefon 768 0215