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Rostock Offen mit Krebs umgehen

Von AENG | 06.05.2018, 21:00 Uhr

Betroffene und Angehörige treten beim Informationstag in Kontakt.

„Sowohl während der Krebsbehandlung als auch danach ist der offene Umgang mit der Erkrankung ein wichtiger Bestandteil der Genesung“, sagt Prof. Guido Hildebrandt von der Universitätsmedizin Rostock. Beim 2. Rostocker Krebs-Selbsthilfe-Tag sind am Sonnabend rund 120 Betroffene und Angehörige zusammengekommen und haben sich über ihre Erfahrungen und das Leben mit dem Krebs ausgetauscht. Organisiert wurde die Veranstaltung vom Onkologischen Zentrum der Universitätsmedizin Rostock, dem Gesundheitsamt und der Selbsthilfekontaktstelle.

Neben Vorträgen zum Thema Leben mit dem Krebs nahmen insgesamt 17 Selbsthilfegruppen an dem Informationstag teil. Die Besucher konnten Fragen stellen und sich beraten lassen. Für Hautkrebs-Betroffene war jedoch kein Ansprechpartner vor Ort. Annegret Meyer aus Stade ist Vorsitzende des Hautkrebs-Netzwerkes Deutschland und bedauert dies. „Hautkrebs wird leider in der Bevölkerung oft runtergespielt und unterschätzt“, sagt sie.

Nur neun Selbsthilfegruppen gibt es bundesweit – zu wenig, findet Meyer. Gemeinsam mit anderen Netzwerkmitgliedern sucht sie Betroffene und Unterstützer für den Aufbau weiterer Gruppen, auch für Rostock.

Musikalisch begleitet wurde die Veranstaltung von Alfred Behlau aus dem Harz. Der 62-Jährige erkrankte 1995 an Stirnhöhlenkrebs. Seit Jahren engagiert er sich in der Tulpe, dem Bundes-Selbsthilfeverein für Hals-, Kopf- und Gesichtsversehrte. „Der offensive Umgang ist die halbe Miete. Den Krebs kann man nicht besiegen aber man kann lernen, mit ihm zu leben“, erklärt der Liedermacher.