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Dierkow Ortsbeiräte wollen Hafen-S-Bahn retten

Von tohi | 18.05.2012, 11:46 Uhr

Die Ortsbeiräte von Dierkow und Toitenwinkel appellieren in einem Brief an das Verkehrsministerium, die Streichung der S-Bahn-Linie in den Seehafen noch einmal zu überprüfen.

Minister Volker Schlotmann (SPD) hatte zuletzt angekündigt, die Verbindung aus Kostengründen komplett einzustellen. Ab dem Fahrplanwechsel am 9. Dezember würden dann gar keine Personenzüge mehr zwischen dem Hauptbahnhof und dem Seehafen fahren.

Zu einem Prüfauftrag an die Bürgerschaft hingegen konnten sich die Mitglieder des Ortsbeirats Dierkow-Neu in ihrer Sitzung am Dienstag nicht durchringen. "Wir wollen erst die Reaktion des Ministers abwarten", sagt der stellvertretende Vorsitzende Maik Graske (Für Rostock). Zumal der Einfluss der Bürgerschaft in dieser Frage eher begrenzt sei: Der Auftrag für den Strecken-Betrieb wird direkt von Schwerin aus vergeben. Im Juli 2010 hatte die DB Regio dafür den Zuschlag erhalten. "Im Sinne des Tourismuskonzepts und für das Gewerbe im Hafen ist eine Verbindung sicherlich sinnvoll", sagt Graske. In diese Kerbe schlägt auch der Rostocker Bausenator Holger Matthäus (Grüne): "Wenn wir international Anschluss halten wollen, brauchen wir auch eine Zugverbindung in den Seehafen."

Spareffekt von 1,64 Millionen Euro

Und diese solle noch ausgebaut werden, um sie attraktiver zu machen. Beispielsweise müsse die Endhaltestelle direkt an die Kaikante verlegt werden. "Die Situation jetzt ist völlig indiskutabel", so Matthäus. Schon vor zwei Jahren hatte die Rostocker Straßenbahn AG ihre Busverbindung in den Hafen auf ein Minimum reduziert. Diese könnte im Gegenzug für die Streichung bei der Bahn wieder ausgebaut werden, sagt Graske. Aber: "Für eine fundierte Entscheidung bräuchten wir mehr Material und Zahlen." Laut Schlotmann zählt die Strecke zu den am schlechtesten ausgelasteten im ganzen Land, mit weniger als 20 Fahrgästen pro Zug. Deshalb gehört sie zu insgesamt drei Verbindungen, die gestrichen werden sollen. Auf weiteren Linien wird der Fahrplan ausgedünnt. Davon erhofft sich das Land jährlich 1,64 Millionen Euro Einsparungen.