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Ein Artikel der Redaktion NNN

Rudern Para-Sportler aus Weißrussland ertrinkt in der Donau

Von Peter Richter, dpa | 23.08.2019, 16:07 Uhr

Kurz vor WM-Beginn geschieht ein tragisches Trainings-Unglück. Die MV-Teilnehmer sind wohlbehalten in Linz eingetroffen.

Ein tragisches Unglück überschattet die am Sonntag beginnenden Weltmeisterschaften im Rudern in Linz: Ein Para-Sportler ist nach einem Trainingsunfall in der Donau ertrunken.

Der 33 Jahre alte querschnittsgelähmte Weißrusse Dimitri Ryschkewitsch war mit seinem Einer auf der Regattastrecke Ottensheim umgekippt. Er konnte sich selbstständig aus den Sicherungen am Sitz und an den Füßen befreien. Kurz vor dem Eintreffen der Rettungskräfte ging der Skiffier, der laut Polizei als guter Schwimmer galt, plötzlich unter. Das Boot wurde sichergestellt. Es zeigte sich, dass einer der seitlichen Stabilisierungs-Arme gebrochen war.

Derweil ist Stephan Krüger als letzter deutscher WM-Teilnehmer in der Nacht zu Freitag an Ort und Stelle eingetroffen. „Ich fahre jetzt mit Karsten (Trainer Timm, einstiger Rostocker und bei den WM verantwortlich für den Doppelzweier – d. Red.) nach Linz. Er hat mich gerade aus München abgeholt“, teilte der für die Frankfurter RG Germania von 1869 startende 30-Jährige vom Olympischen Ruder-Club Rostock um 23.06 Uhr via WhatsApp mit. Im Rahmen seines Master-Studiums der Logistik, Infrastruktur und Mobilität hatte Krüger am Donnerstag „von 14 bis 16 Uhr die letzte Klausur geschrieben, ,Quantitative Methoden in der Logistik‘“, und deshalb noch mal nach Hause (Hamburg) zurückkehren müssen.

Auch die weiteren MV-Sportler sind wohlauf.

„Hier läuft alles gut“, gab der für die Schweriner RG von 1874/75 rudernde Rostocker Schlagmann Hannes Ocik kurz und schmerzlos Auskunft.

„Wir sind gut angekommen und haben schon die Strecke getestet“, berichtete Christin Stöhner vom ORC, die einen Platz im Frauen-Achter hat.

Marie-Louise Dräger (Rostock/Schwerin) ist in Österreich im nichtolympischen Leichtgewichts-Einer dabei. „Die Anreise hat geklappt. Mein Boot wurde dankenswerterweise von Jochen Weber, Cheftrainer der Paras, auf dem Hänger mitgenommen, so dass ich gemeinsam mit meinem Trainer (dem Lübecker Björn Lötsch – d. Red.) fliegen und Zug fahren konnte“, vermeldete auch die 38-Jährige, dass sie gut in Linz eingetroffen ist.

Im paralympischen Mixed-Doppelzweier startet der in Rostock geborene Marcus Klemp (Ribnitzer SV 1919) gemeinsam mit Amalia Sedlmayr (Bayer Leverkusen).