Ein Angebot des medienhaus nord
Ein Artikel der Redaktion NNN

Kröpeliner-Tor-Vorstadt Planer prüfen XXL-Kreisverkehr

Von Torben Hinz | 14.02.2012, 12:47 Uhr

Während das Werftdreieck derzeit wohlbehütet unter einer Schneedecke ruht, glühen bei Rostocks Stadtplanern die Köpfe.

Bis März wollen sie fünf mögliche Verkehrsvarianten für das Gebiet neben der ehemaligen Neptun-Werft auf Praxistauglichkeit und Kosten prüfen. Unter anderem schwebt ihnen ein Mega-Kreisel mit dem Werftdreieck als Zentrum vor. "Das hat schon Charme", sagt Ralph Müller, Chef des Amts für Stadtplanung.

Der Vorteil dieser Variante: zwei Spuren der Lübecker Straße könnten komplett zurückgebaut und somit mehr Platz gewonnen werden. Denn in dem betroffenen Abschnitt würden die Lübecker, die Werft- und die Max-Eyth-Straße zu Einbahnstraßen umfunktioniert. Einen Haken hätte dieser Plan trotzdem: "Die Verlegung der Straßenbahn wäre richtig teuer", sagt Müller. Allerdings habe die Rostocker Straßenbahn AG (RSAG) ihre Bereitschaft signalisiert, das Projekt in Angriff zu nehmen. Die Alternativroute würde dann entlang des Neptun-Einkaufscenters über die Max-Eyth-Straße zum Holbeinplatz führen. Dann könnte auch eine zusätzliche Haltestelle am Einkaufscenter entstehen - von der auch Decathlon im Falle einer Ansiedlung profitieren würde.

Der französische Sportartikelhändler plant am Werftdreieck eine Filiale zu eröffnen und hatte dafür eine bessere Verkehrsanbindung gefordert. "Wir hätten die Situation so oder so geprüft", sagt Müller. Denn auch ohne die erwartete Zusatzbelastung durch Decathlon und andere ansiedlungswillige Unternehmen wie Hornbach oder die österreichische Möbelfirma Würth ist das Gebiet seit Langem ein Unfallschwerpunkt. Besonders häufig krachte es in der Vergangenheit an der Linksabbiegespur von der Lübecker in die Max-Eyth-Straße. Die Spur sei für die vielen Autos zu kurz, heißt es aus dem Tiefbauamt. Dafür verantwortlich ist unter anderem auch die zunehmende Einwohnerzahl im wachsenden Wohngebiet Richtung Warnow.

Die Ergebnisse der Variantenprüfung sollen möglichst schon im März, spätestens im April in die Bürgerschaft eingereicht werden. Auf ihrer Grundlage können die Stadtvertreter dann auch über eine Änderung des Bebauungsplans entscheiden. Im Oktober vergangenen Jahres hatte der Bauausschuss der Bürgerschaft seine Zustimmung noch vertagt und zuvor konkrete Zahlen gefordert. Bisher waren an dieser Stelle lediglich Büroräume zugelassen.

Die Ansiedlung Decathlons sieht auch Müller mit gemischten Gefühlen. Aus stadtplanerischer Sicht sei das Werftdreieck zu wertvoll für die platten Märkte, wie sie der Sportartikelhändler normalerweise baue. "Städtebaulich müssen klare Prämissen gesetzt werden", so Müller. Das wüssten aber auch die Investoren. Denkbar sei beispielsweise eine mehrstöckige Kombination aus Ladenfläche und Büros. Den ebenfalls geplanten Baumarkt und das Möbelhaus würde Müller am Stadtrand bevorzugen.

Grundstückseigentümer Dirk Peschke von BM Brezel kann sich auch eine Restaurantterrasse vorstellen. Voraussetzung sei aber, dass die Bürgerschaft Baurecht für die sechs Hektar Land schaffe.