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Poller im Groß Kleiner Weg? Planungen für Fahrradstraße stoßen auf Gegenwind

Von Aline Farbacher | 26.11.2020, 06:00 Uhr

Der Ortsbeirat Lichtenhagen sprach sich vorerst gegen eine Absperrung der Verbindung nach Diedrichshagen aus.

Poller sollen den Durchgangsverkehr im Groß Kleiner Weg verhindern, der die Ortsteile Lichtenhagen und Diedrichshagen verbindet. So schlug es Rostocks Bausenator Holger Matthäus (Grüne) vor. Diese Idee konnte die Mitglieder des Ortsbeirates Lichtenhagen auf ihrer Sitzung am Dienstag jedoch nicht überzeugen. "Ich habe mit mehreren Anwohnern gesprochen, die es nicht nachvollziehen können und eine Anregung war, den Kontrolldruck eventuell zu erhöhen", sagte der Vorsitzende des Ortsbeirates Ralf Mucha (SPD).

Wie auch schon der Ortsbeirat Warnemünde sprachen sich die Mitglieder des Stadtteilgremiums Lichtenhagen dafür aus, zunächst die Fertigstellung der geplanten Ortsumgehung Elmenhorst abzuwarten und dann erneut über Poller zu sprechen.

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Anwohner sprechen sich gegen Maßnahme aus

Radfahrer würden aktuell auf dem Groß Kleiner Weg bedrängt, sagte Michael Loba vom Amt für Mobilität. Die Fahrradstraße sei ihrem Namen nicht mehr würdig, ergänzte Matthäus. "Es wäre ein erheblicher Qualitätsgewinn für ihren Stadtteil, wenn die Fahrradfahrer dort sicher direkt zur Ostsee durchfahren könnten", appellierte Matthäus an die Mitglieder, dem Vorschlag zuzustimmen.

Zudem würden durch die Abpollerung entstehende Umwege für Autofahrer lediglich anderthalb bis zwei Kilometer betragen. Diese seien angemessen, denn nur sehr wenige müssten tatsächlich mit dem Auto durch den Groß Kleiner Weg, sagte Loba. "Ich bin da 100 Prozent bei Ihnen, man muss da nicht durchfahren. Aber die Anwohner haben sich an uns als Ortsbeirat gewandt und die haben ein berechtigtes Interesse", so Mucha. Diese würde er als Vorsitzender des Gremiums vertreten, nicht die Badegäste, betonte er.

"Ich fahre sehr oft diesen Weg mit dem Fahrrad und bin noch nie bedrängt worden, auch wenn es mal einen Idioten gibt", sagte Ortsbeiratsmitglied Vera Petzold (Linke).

Weg sei kein Unfallschwerpunkt

Zudem sei der Weg derzeit kein Unfallschwerpunkt und es würde keine erhöhte Anzahl an Verkehrsunfällen verzeichnet, sagte Mucha. Dies habe ihm der Leiter des Polizeireviers Lichtenhagen, Stefan Damrath, bestätigt. Laut Loba sei es jedoch wichtig, bereits frühzeitig Gefahrenlagen zu erkennen.

Eine Unfallstatistik, die eine Abpollerung rechtfertigen würde, hätte sie jedoch erwartet, sagte Beiratsmitglied Chris Günther (CDU). "Wir haben drei Kleingartenanlagen dort und die Unternehmer, wo soll der Verkehr denn lang", fragte sie. Für diese Problematik erwarte sie eine alternative Lösung.

"Solange wir die Ortsumgehung nicht haben, provozieren wir mit einer Abpollerung im Groß Kleiner Weg noch mehr Verkehr nach Warnemünde, den wir im Sommer teilweise jetzt schon nicht mehr unter Kontrolle haben", sagte Anne Mucha (SPD).

Beirat will nach Fertigstellung der Ortsumgehung neu beraten

Eine Ortsumgehung Elmenhorst, die bereits seit mehreren Jahren im Gespräch ist, würde das Land derzeit planen, so Loba. Er habe gehört, dass die Arbeiten dafür 2022 starten könnten, sicher wisse er es jedoch nicht. An die geplante Ortsumgehung soll auch die Mecklenburger Allee angeschlossen werden, deren Verlängerung in Richtung Elmenhorst im Frühjahr 2021 starten soll.

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Letztendlich stimmten die Mitglieder des Ortsbeirates Lichtenhagen mehrheitlich gegen Poller im Groß Kleiner Weg. Dennoch schlug Ralf Mucha vor, den Vorschlag nach Fertigstellung der Ortsumgehung nochmals zu besprechen.

"Wenn die Umgehung gebaut wird, dann wird sowieso alles noch mal evaluiert. Jetzt wäre es um eine Sofortmaßnahme gegangen", sprach Matthäus ein deutliches Schlusswort. Ob und wann die Poller aufgestellt werden, bleibt vorerst offen.