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Groß Lüsewitz Platz für innovative Forscher

Von AENG | 25.05.2018, 20:45 Uhr

Im Agrobio Technikum Groß Lüsewitz werden neue Raps- und Getreidesorten gezüchtet. Die Mietersuche gestaltet sich schwierig.

„Die Einrichtung dient der Ansiedlung innovativer Unternehmen mit den Forschungsschwerpunkten in den Bereichen der Raps- und Getreidezüchtung, der Ziel- und Nichtzielorganismen sowie der grünen Biotechnologie“, erklärt Andreas Hörichs. Er ist der Betreiber des Agrobio Technikums (ABT) in Groß Lüsewitz und stellte das Kompetenz- und Gründerzentrum am Donnerstag dem Landrat des Landkreises Rostock, Sebastian Constien (SPD), vor. Das ATB war eine Station auf der Kreisbereisung Wissenschaft und Forschung Constiens. Während eines Rundgangs durch die Anlage informierte sich der 39-Jährige über die aktuelle wirtschaftliche Lage der Einrichtung als auch über die Forschungsarbeit der dort ansässigen Unternehmen.

Insgesamt hat das Forschungszentrum eine Gesamtnutzungsfläche von 2300 Quadratmetern, bestehend aus vier Gebäuden mit Büros, Konferenzräumen, Laboren, Technikräumen, und einem 810 Quadratmeter großen Gewächshaus.

Allerdings, so Andreas Hörichs, gestalte sich die Mietersuche als schwierig, da das Zentrum einst auf die Gentechnikforschung ausgerichtet wurde, die 2011 jedoch eingestellt wurde. „Damit ist nun eine Diskrepanz zwischen den damaligen angedachten Nutzungsmöglichkeiten und dem heutigen Nutzungsbedarf entstanden“, erklärt Joachim Hünecke (FDP), Bürgermeister der Gemeinde Sanitz, die Eigentümer des Zentrums ist. Die derzeitige Auslastung liegt mit vier Unternehmen bei 82 Prozent.

Bei der Führung durch die Einrichtung erhielt Constien unter anderem Einblicke in die Tätigkeit der Forschungsunternehmen. So erklärte der Geschäftsführer der Bio-Test Labor GmbH Udo Hoffmann, wie Verfahren die Zulassung von Pflanzenschutzmitteln und geeignete Zuchtverfahren von Ziel- und Nichtzielorganismen entwickelt werden. Es wird unter anderem untersucht, wie sowohl Schädlinge als auch Nutzinsekten auf Pflanzenschutzmittel reagieren. „Neben den Unternehmen haben wir hier mit dem Schülerlabor ein wichtiges und umfassendes Programm im Bereich der Lehre“, sagt Hörichs. Schüler aller Altersstufen und Schulen aus MV können im ABT im Bereich Chemie und Biologie forschen. „Die Schüler können hier Sachen machen, die in den Schulen gar nicht möglich sind. Im Jahr kommen in etwa 1500 Schüler zu uns und forschen zur Genetik oder machen Experimente“, erklärt Projektleiterin Anke Scheunemann. In Groß Lüsewitz findet jährlich die Chemieolympiade statt, an der sich alle norddeutschen Bundesländer beteiligen.

Das jüngste Unternehmen im Haus ist die Cannaphytica GmbH, die seit 2017 an der Erforschung und Züchtung von medizinischem Cannabis arbeitet. Fokus liegt dabei auf Pflanzen mit bestimmten Cannabioniden, die bei unterschiedlichen Erkrankungen verwendet werden. Das Unternehmen plant, sich noch in diesem Jahr zu vergrößern. Die Kreisbereisung wird am 5. Juni mit einem Besuch beim Medizintechnikhersteller Clearum in Poppendorf enden.