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hubschrauber Polizei filmt mit dem Super-Auge

Von MABO | 01.03.2015, 15:00 Uhr

Hubschrauberstaffel nimmt neues Kamerasystem in Betrieb / Vor allem Suche nach Vermissten soll einfacher werden

In einem Schilfbeet am Rande eines Sees kauert ein älterer Mann. Unsichtbar für jeden, der daran vorbeigeht. Und vor allem für die Polizeibeamten, die sich auf die Suche nach ihm begeben haben und sogar mit einem Boot den See abfahren. Doch nichts zu sehen. „Erst mit der neuen Kamera des Polizeihubschraubers konnte der Mann entdeckt werden. Denn die Wärmebildaufnahmen können Unterschiede bis 0,1 Grad Celsius ausmachen“, erklärt Kriminalhauptkommissar Hartmut Richter. So könne ein Mensch ganz einfach von einem Tier unterschieden werden.

„Eine der bedeutendsten Aufgaben der Polizei ist Helfen und Retten“, sagt Innenminister Lorenz Caffier (CDU). „Besonders wichtig ist deshalb der Einsatz des Polizeihubschraubers bei der Vermisstensuche, aber auch bei Katastropheneinsätzen und der Bewältigung besonderer Verkehrs- und Einsatzlagen.“

Bei der neuen Technik handelt es sich um ein Electro Optical System (EOS). „Es besteht aus vier Kameras. Dazu gehören eine Tageslichtkamera, Restlichtkamera sowie zwei Wärmebildkameras, die in einer Drehturmeinheit installiert sind“, so Hauptkommissar Richter. Weiterhin gibt es zwei Laser zur Georeferenzierung, also Positionsbestimmung. Auf diese Weise konnte der ältere Mann zwischen den Schilfhalmen entdeckt werden. „Die Beamten an Land konnten durch die Anweisungen der Hubschrauberbesatzung geführt werden“, erzählt Richter.

Innenminister Caffier meint: „Tatsächlich ist die Technik sehr beeindruckend. Dagegen ist die Datenbrille von Google nur ein nettes Spielzeug.“ Fast 2,4 Millionen Euro hat das Land Mecklenburg-Vorpommern zur Verfügung gestellt. Bundesweit ist diese Technik Spitzenreiter. Beide Polizeihubschrauber können nun Aufnahmen am Tag und in der Nacht machen.

Zum Gesamtsystem gehört auch der Arbeitsplatz des Operators im Inneren des Gefährtes mit zwei Monitoren, einem Sender zur Bildübertragung, einem Video-Management-Unit (Bedienteil) und einem Recorder. „Da diese ganze Einheit nur 40 Kilogramm schwer ist, können die drei Mitglieder der Besatzung sie sehr zügig zwischen den beiden Hubschraubern wechseln“, erklärt Frank Luther von der Polizei-Hubschrauberstaffel.

Notwendig wurde die Neuanschaffung, da die Reparaturen für das im Jahr 2003 eingebaute Vorgängersystem immer häufiger und komplizierter wurde. „Es ist meine Aufgabe, der Landespolizei ein breites Spektrum von Führungs- und Einsatzmitteln zur Verfügung zu stellen, damit sie alle polizeilichen Aufgaben professionell und auf dem technischen Stand des 21. Jahrhunderts erfüllen kann“, sagt Minister Caffier.